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Altersnetzwerk „Virtueller Rundling“

Warum engagieren Sie sich persönlich für das Projekt?

Ich bin mit meiner Frau vor 10 Jahren aus der Großstadt in diese ländliche Region gezogen, um nach Ende des Berufslebens eine nachhaltige Lebensqualität zu genießen und musste dann erkennen, dass mir zum einen die vielfältigen Anregungen der Stadt fehlten und sich zum anderen die beginnenden Einschränkungen des Alterns bemerkbar machten. Deshalb ist es für uns eine große Freude und Befriedigung, einen Teil unserer Energien in dieses Netzwerk zu stecken.

Was wird konkret im Projekt gemacht? Welche Ziele verfolgt es? Wer braucht es?

Wir, der „Virtuelle Rundling“, sind ein eng verbundenes Netzwerk, welches sich in den drei Phasen des Älterwerdens (Go Go – Slow Go – No Go) gegenseitig unterstützt, anregt, Lust auf Neues vermittelt und kritisch mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzt. Einer der Auslöser für die Initiative war der Beginn der strukturellen Veränderung im Hannoverschen Wendland, dieser sehr liebenswerten Region mit seinen charakteristischen und einmaligen Rundlingsdörfern: die drohende Ausdünnung der Infrastruktur, wie öffentliche Verkehrsmittel und Ärzte/Fachärzte, oder das Verschwinden von Gastwirtschaften und Kinos.

Seit drei Jahren treffen wir (derzeit 35 Frauen und Männer im Alter von 55 bis 82 Jahren) uns einmal monatlich, um uns gedanklich und emotional auszutauschen und neue Initiativen abzustimmen.

Wir verabreden zum Beispiel „Arbeitsfeste“, bei denen wir zusammenkommen, um Arbeiten an Haus und Hof gemeinsam in Angriff zu nehmen. Zum Beispiel Kaminholz spalten und stapeln, Schafsklauen schneiden, Gärten winterfest machen oder Terra preta ansetzen. Neben der Arbeit wird „geklönt“, Neuigkeiten werden ausgetauscht und am Schluss belohnen wir uns mit einer gemeinsamen Mahlzeit.

Diese Arbeitsfeste fördern den Gruppenbildungsprozess und Zusammenhalt
enorm. Das Vertrauen wächst, es entsteht ein Gefühl für Verlässlichkeit, neue oder verschüttete Talente werden sichtbar und man erfährt etwas über Lebensumstände und Hobbys der einzelnen Gruppenmitglieder. Manche entpuppen sich als eifrige Kinogänger oder „Leseratten“, andere erweisen sich als erfahrene Gärtner oder Imker.

Gerade in ländlichen Regionen, in denen die Infrastruktur von jeher nicht um die Ecke ist, ist eine gute Nachbarschaft ein wichtiges Thema und sehr hilfreich, auch im Prozess des Älterwerdens. Ein eng verbundenes Netzwerk wie der „Virtuelle Rundling“ ist eine gute Ergänzung, da es wesentlich mehr Möglichkeiten bietet – vor allem, wenn es nicht nur um „Nachbarschaftshilfe“, sondern, wie eingangs beschrieben, um Anregungen, Zusammen-Arbeitsgemeinschaften oder Interessengemeinschaften geht.

Eine Gemeinschaft mit den direkten Nachbarn ist zudem eine Verbindung, die oft über Jahre oder Jahrzehnte hinweg erworben wurde. Gerade in unserer Region lassen sich viele Ältere aus umliegenden Städten wie Hamburg oder Berlin, aber durchaus auch entfernteren Regionen nieder. Vor allem für sie ist es schwierig, in kurzer Zeit eine hilfreiche Verbindung zu den einheimischen Nachbarn aufzubauen.

Der „Virtuelle Rundling“ ist hier eine gute „Anlaufstelle“. Gleichzeitig sind viele Mitglieder auch gut mit den Einheimischen vernetzt oder leben selbst bereits seit vielen Jahren in dieser Region. Daraus ergeben sich viele schöne Synergieeffekte.


Warum braucht die Nachbarschaft das Projekt?

Gerade in ländlichen Regionen, in denen die Infrastruktur von jeher nicht um die Ecke ist, ist eine gute Nachbarschaft ein wichtiges Thema und sehr hilfreich, auch im Prozess des Älterwerdens. Ein eng verbundenes Netzwerk wie der „Virtuelle Rundling“ ist eine gute Ergänzung, da es wesentlich mehr Möglichkeiten bietet – vor allem, wenn es nicht nur um „Nachbarschaftshilfe“, sondern, wie eingangs beschrieben, um Anregungen, Zusammen-Arbeitsgemeinschaften oder Interessengemeinschaften geht.

Eine Gemeinschaft mit den direkten Nachbarn ist zudem eine Verbindung, die oft über Jahre oder Jahrzehnte hinweg erworben wurde. Gerade in unserer Region lassen sich viele Ältere aus umliegenden Städten wie Hamburg oder Berlin, aber durchaus auch entfernteren Regionen nieder. Vor allem für sie ist es schwierig, in kurzer Zeit eine hilfreiche Verbindung zu den einheimischen Nachbarn aufzubauen.

Der „Virtuelle Rundling“ ist hier eine gute „Anlaufstelle“. Gleichzeitig sind viele Mitglieder auch gut mit den Einheimischen vernetzt oder leben selbst bereits seit vielen Jahren in dieser Region. Daraus ergeben sich viele schöne Synergieeffekte.

Wer trägt das Projekt?

Das Projekt wird von den Gruppenmitgliedern getragen, die sich in der gleichen Situation des Älterwerdens in ländlicher Region befinden. Wir alle kennen die Nähe und Geborgenheit versprechende Atmosphäre der für diese Region typischen und außergewöhnlichen Rundlingsdörfer. Am liebsten möchte man gleich einen „eigenen Rundling gründen“! Aber gleichzeitig sind wir alle auch verwurzelt in unserem eigenen Haus oder unserer Wohnung, in unserem Dorf oder unseren Kleinstadt hier in der Gesamtregion. Und so haben wir beschlossen, eine Art virtuellen Rundling zu gründen: ein enges Netzwerk, verteilt über die Dörfer des Wendlands.

Wie geht die Nachbarschaft mit Ihrem Projekt um? Welchen Rückhalt bekommen / erwarten Sie?

Nach unseren bisherigen Erfahrungen wird das Projekt sehr gut angenommen. Bestehende Initiativen im Landkreis sind sehr interessiert und bieten uns ihre Kooperation an. So gab es zum Beispiel eine Filmvorführung im Kulturverein Platenlaase: „Und wenn wir alle zusammenziehen?“ (ein Film zum Thema Alters-WG). Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden wir eingeladen, uns und unser Alters-Netzwerk vorzustellen.

„Neulinge“, die von unserem Projekt erfahren und an unseren Treffen teilnehmen, fühlen sich schnell wohl und gut aufgehoben. Die Nachbarn in den Dörfern, in denen wir leben, fragen immer wieder neugierig nach dem Werdegang unserer Initiative.

Was sind die nächsten Projektschritte? Welche Pläne haben Sie?

1) Mitgliedergewinnung und Öffentlichkeitsarbeit
Unser nächster Meilenstein zu diesem Thema ist die Entwicklung eines praktikablen Konzepts, wie wir nachhaltig und ganz gezielt unsere zukünftige Öffentlichkeitsarbeit strukturieren wollen, um unser Ziel zu erreichen. Dazu gehört unter anderem auch die Recherche und unsere aktive Teilnahme an weiteren Veranstaltungen hier im Wendland.

2) Ausbau unseres Mitgliederservices
Ein nächster wichtiger Schritt in unserem Projekt ist die Entwicklung eines langfristigen Finanzierungskonzepts für das Service-Paket, welches auch finanzschwache Mitglieder berücksichtigt, die nicht in der Lage sind, sich finanziell zu beteiligen.

3) Feinfühlige und nachhaltige Weiterentwicklung unseres Netzwerks
Nachdem wir uns vor kurzem auf eine gemeinsame „Grundhaltung“ geeinigt haben, geht es im Netzwerk nun darum, eine offene, klare und unkomplizierte Struktur zu finden, die es uns ermöglicht, zu wachsen, unser Ziel zu verfolgen und unsere bestehenden Mitglieder mit ihren Wünschen mitzunehmen.

Welche Ideen haben Sie, damit Ihr Projekt langfristig besteht und wirken kann?

1) Mitgliedergewinnung und Öffentlichkeitsarbeit

Innerhalb des Wendlands sind wir die einzige Gemeinschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, dorf-/stadtübergreifend ein eng verbundenes Altersnetzwerk aufzubauen und zu etablieren. Gerade als Altersnetzwerk sind wir auf „Neuzuwachs“ angewiesen. Um dies zu erreichen und sowohl bei den Einheimischen als auch für zukünftige Neu-Wendländer als „Das wendländische Altersnetzwerk“ bekannt zu werden, müssen wir stärker in die Öffentlichkeit gehen.

Ein erster Schritt dazu war der Aufbau unserer Webseite www.virtuellerrundling.wordpress.com. Auf dieser finden sich zum Beispiel Artikel über unsere Arbeitsfeste, Veranstaltungstermine und Informationen zu unseren Initiativgruppen wie der Lesekreis. Die Seite dient sowohl als Informations- und Organisationsplattform für unsere Mitglieder (in Ergänzung zu E-Mail und Telefon) und für Interessierte, die sich vorab informieren möchten, wer wir sind und was wir machen, als auch der Außenkommunikation.

Gleichzeitig haben wir begonnen, uns auf einzelnen, regional relevanten Veranstaltungen zu präsentieren. Unsere aktive Teilnahme an der „Projektbörse“ spielt dabei eine wichtige Rolle. Auf dieser jährlichen Veranstaltung werden verschiedene Initiativen nachbarschaftlicher Netzwerke vorgestellt.



2) Ausbau unseres Mitgliederservices

In unserem gemeinsamen Austausch und Zusammensein haben wir festgestellt, dass es eine Fülle von „Alters“-Bedürfnissen gibt, für die wir, zusammen als Netzwerk, tolle Lösungen entwickeln können. Es hat sich zum Beispiel herausgestellt, das einige Mitglieder aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters ihren geliebten und wichtigen Garten nicht mehr alleine hegen und pflegen oder wichtige Tätigkeiten am Haus nicht mehr bewältigen können.

Unsere Lösung dafür ist ein zukünftiges Dienstleistungs-Service-Paket, welches wir integrieren möchten. Unsere Vision ist, einen Gärtner und einen Hausmeister einstellen zu können, welche der Gemeinschaft dienen. Gleichzeitig fördern wir so die arbeitsplatzarme Region. Langfristig werden wir dieses Angebot sicher um Dienstleistungen rund um den Bereich Pflege ergänzen, sofern dies für uns finanzierbar ist.


3) Feinfühlige und nachhaltige Weiterentwicklung unseres Netzwerks

Aufgrund der wachsenden und sich auch immer wieder verändernden Zusammensetzung unseres Virtuellen Rundlings ist die Vertrauensbildung ein uns stetig begleitender Prozess. Wie immer, wenn sich eine kleine Gruppe zusammen schließt und im Laufe der Zeit wächst, finden dynamische Prozesse statt, die nicht ganz einfach zu handeln sind. Wir sind uns dieser Problematik bewusst und versuchen, den Gruppenprozess konstruktiv und vorausschauend zu gestalten und dabei gleichzeitig offen für spontane Veränderungen zu bleiben.

Was benötigen Sie, um Ihr Projekt voranzubringen? Wie hoch sollte Ihr Preisgeld sein?

Sehr wichtig sind für uns derzeit die Themen „Bekanntheitsgrad“ und „Aufbau des Dienstleisterservice“ und die nachhaltige, dynamische Prozessentwicklung des Netzwerkes.

1. Bekanntheitsgrad: Für die Ausgestaltung und Mitfinanzierung der für 2013 geplanten Projektbörse sowie weiterer Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit benötigen wir 1.000 €.

2. Dienstleisterservice: Um dieses Angebot anzuschieben, benötigen wir eine Summe von 10.000 €. Sie würde es uns ermöglichen, Dienstleister für bereits derzeit notwendige Tätigkeiten, die von einigen Mitgliedern aufgrund des Alters oder fehlenden finanziellen Mitteln nicht mehr alleine durchgeführt werden können (Hausmeisterservice und Gartenservice). Gleichzeitig würde uns ein kleiner Teil des Budgets als Fonds dienen, welcher kurzfristige Finanzausfälle von einzelnen Mitgliedern, zum Beispiel aufgrund kostspieliger Krankheit, abdecken könnte.

3. Nachhaltiges Wachstum: Den Gruppenprozess möchten wir weiterhin sorgsam und bewusst gestalten. Dafür ist eine professionelle Begleitung, die uns in regelmäßigen Abständen aktiv unterstützt, sehr hilfreich. Um diese zu finanzieren, benötigen wir 500 €.

Wird Ihr Projekt bereits gefördert? Wenn ja, von wem und in welcher Form?

Unser Projekt wird bislang noch nicht finanziell gefördert.

Was können andere von Ihrem Projekt lernen? Was ist das Nachahmenswerte an Ihrem Projekt?

Älter werden bedeutet einerseits Abschiednehmen und Erleiden von Verlusten (Beruf, Freunde und Verwandte), andererseits Befreiung von Pflichten und Zwängen. Wir sind überzeugt, dass eine so vernetzte Gemeinschaft in hohem Maße geeignet ist, diese Veränderungen aktiv und konstruktiv zu gestalten und so in positive Energien zu verwandeln.

Nachahmenswert sind vor allem die Ideen und Lösungsvorschläge, die wir in unserem Netzwerk entwickeln, um im Alter eine hohe Lebensqualität zu bewahren (zum Beispiel die beschriebenen Arbeitsfeste).

Was müsste bei dem kommenden Anlauf anders sein?

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