« zurück zur Listenansicht

Aktives Dorfleben – Instandsetzung des Dorfzentrums „Alte Dorfschule“

Warum engagieren Sie sich persönlich für das Projekt?

Wir, die Bewohner des Dorfes Hinzdorf und weiterer Ortsteile der Stadt Wittenberge, engagieren uns für diese Projekt, weil wir hier geboren wurden und uns der Region besonders verbunden fühlen. Wir haben ganz konkret erfahren, was Nachbarschaft und Zusammenhalt und Gemeinschaft bedeuten. Insbesondere während des Elbehochwassers 2002 war diese Gemeinschaft besonders aktiv und tragfähig. Wir bemerken jedoch auch, dass eine solche Gemeinschaft nichts Selbstverständliches ist und wir uns für deren Erhalt einsetzen müssen. Für den Erhalt dieser Gemeinschaft in den fünf Ortsteilen Hinzdorf, Zwischendeich, Garsedow, Lütjenheide und Schadebeuster setzen wir uns ein und darum engagieren wir uns für das Projekt „Alte Dorfschule“.

Was wird konkret im Projekt gemacht? Welche Ziele verfolgt es? Wer braucht es?

Das Ziel des Projektes ist es, die ehemalige Dorfschule in Hinzdorf als Dorf- und Gemeindezentrum zu erhalten, auszubauen und verstärkt zu nutzen. Momentan wird ein Teil der alten Schule, welche in den 20er Jahren des 19. Jh. erbaut und bis 1965 als Dorfschule genutzt wurde, als Dorf- und Gemeindezentrum genutzt. Hier finden unter anderem Ortsbeiratssitzungen, Vereinssitzungen, kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen oder Aufführungen aber auch Weihnachtsfeiern und Veranstaltungen der Kirchengemeinde statt. Die alte Dorfschule ist der einzige öffentliche Raum, der den 5 Ortsteilen zur Verfügung steht. Er stellt somit den Mittelpunkt unserer dörflichen Gemeinschaft dar. Hier kommen Jung und Alt zusammen.
Leider ist die Bausubstanz der alten Schule in keinem guten Zustand. Um die Alte Dorfschule als sozialen Mittelpunkt der Ortsteile weiter zu erhalten, attraktiver zu gestalten und somit auch langfristig als Begegnungsstätte zu sichern, müssen wir Sanierungsmaßnahmen durchführen.
Die Bewohner der fünf Ortsteile sind darauf angewiesen, dass es auch in Zukunft einen neutralen öffentlichen Ort gibt, an dem sie sich treffen können und das Dorf- und Gemeinschaftsleben diskutieren und planen können. Für den Erhalt der Gemeinschaft leistet das Projekt somit einen besonders wichtigen Beitrag.

Wer trägt das Projekt?

Das Projekt „Alte Dorfschule“ wird von der gesamten Dorfgemeinschaft getragen. Besonders engagiert sind hierbei die Ortsbürgermeister der fünf Ortsteile sowie der Dorf- und Feuerwehrverein Hinzdorf. Bisher gibt es noch keinen offiziellen Träger, jedoch würde der Dorf- und Feuerwehrverein diese Funktion übernehmen.

Wie geht die Nachbarschaft mit Ihrem Projekt um? Welchen Rückhalt bekommen / erwarten Sie?

Die Nachbarschaft ist sehr an dem Projekt interessiert. Für viele ist die alte Dorfschule der einzige Treffpunkt außerhalb von zuhause. Da sich hier ein Großteil der Bewohner trifft, werden neben offiziellen Dingen, die die Gemeinde und die Ortsteile betreffen, auch eher informelle und private Dinge verhandelt. Somit ist die alte Dorfschule auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt und Anker, der von allen Bewohnern gern genutzt wird. Wir erhalten bereits viel Unterstützung in Form von freiwilligem Einsatz und Unterstützung etwa bei der Vorbereitung und Planung von Veranstaltungen.
Wir erwarten auch weiterhin eine große Unterstützung und Rückhalt von den Bewohnern, ganz einfach, weil die alte Dorfschule der einzige Treffpunkt ist und vielen daran gelegen ist, dass er erhalten bleibt.

Was sind die nächsten Projektschritte? Welche Pläne haben Sie?

Wir müssen Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen durchführen. Momentan befindet sich das Gebäude in einem unsanierten Zustand. Fußböden, Wände, Decken, Türen und Fenster sind stark sanierungsbedürftig. Es ist bisher kein WC vorhanden. Die Fußböden, Wände, Decken, Türen und Fenster sind zu sanieren und vier Räume der alten Dorfschule sind so herzustellen, dass sich die Menschen hier gern aufhalten und Zeit verbringen. Zudem soll auch ein WC eingebaut werden.
Wenn die Räumlichkeiten ansprechender gestaltet sind, werden sie auch verstärkt genutzt und wir könnten unser Angebot an Veranstaltungen weiter ausbauen.
Es ist auch geplant, die Räume dann für externe Veranstaltungen zu vermieten oder zur Verfügung zu stellen.

Welche Ideen haben Sie, damit Ihr Projekt langfristig besteht und wirken kann?

Wir möchten die alte Dorfschule als Treffpunkt für unsere fünf Ortsteile erhalten. Durch eine attraktivere und komfortablere Gestaltung würde sie noch besser von allen Bewohnerinnen und Bewohnern angenommen und als Gemeindezentrum genutzt werden. Wir könnten das Angebot an Veranstaltungen weiter ausbauen und somit wiederum die Attraktivität und die Nutzung erhöhen. Somit würde auch eine langfristige Nutzung und ein langfristiger Bestand des Projekts gesichert. Außerdem könnten wir die Räumlichkeiten auch anderen Interessierten für Veranstaltungen anbieten und ggf. vermieten. Damit würde sich auch die Außenwirkung des Dorfzentrums erhöhen und es könnte ggf. auch eine kleine finanzielle Absicherung durch die Vermietung der Räumlichkeiten erreicht werden.
Essentiell ist jedoch, dass das Gebäude von allen als attraktiver Treff- und Gemeindemittelpunkt wahrgenommen und entsprechend oft und gern aufgesucht wird. Gelingt uns dies, kann ein langfristiger Fortbestand des Projekts bei einem weiteren hohen Engagement aller Bewohnerinnen und Bewohner gesichert werden.

Was benötigen Sie, um Ihr Projekt voranzubringen? Wie hoch sollte Ihr Preisgeld sein?

Um die geplanten Sanierungsmaßnahmen durchführen zu können, benötigen wir 50.000 €. Entsprechende Kostenvoranschläge sind bereits eingeholt worden und können vorgelegt werden.

Wird Ihr Projekt bereits gefördert? Wenn ja, von wem und in welcher Form?

Nein, das Projekt wird bisher noch nicht gefördert.

Was können andere von Ihrem Projekt lernen? Was ist das Nachahmenswerte an Ihrem Projekt?

Unsere fünf Ortsteile gehören zur Stadt Wittenberge im Nordosten Brandenburgs. Es handelt sich hierbei um fünf Dörfer, welche nicht zum Stadtgebiet gehören. Hier wohnen 160 Einwohner. Wir befinden uns in einer strukturschwachen Gegend mit den üblichen Begleiterscheinungen, wie dem demografischen Wandel, einer angespannten Arbeitsmarktsituation und überforderter öffentlicher Haushalte. Für den ländlichen Raum ist dies besonders schwierig, da es kaum Angebote gibt, um die Attraktivität der Region zu steigern. Dies führt wiederum zu einem Wegzug junger und qualifizierter Einwohner. Gerade in den Dörfern stellt dies das tägliche Leben hinsichtlich einer funktionierenden Gemeinschaft vor große Herausforderungen.
Mit der Nutzung der alten Schule als Dorf- und Gemeindezentrum haben wir einen Treffpunkt für alle Bewohner und Bewohnerinnen der fünf Ortsteile geschaffen, der gern angenommen wird. Wir haben einen öffentlichen Raum geschaffen, der genutzt wird, um die täglichen Belange des Lebens und des Miteinanders zu diskutieren und zu planen. Wie schon erwähnt, finden hier
regelmäßig Veranstaltungen statt.
Gelingt es uns, die alte Dorfschule auch baulich attraktiver und komfortabler zu gestalten, können wir sie als Treffpunkt, als Dorf- und Gemeindezentrum auch langfristig erhalten und einen Beitrag zum Erhalt des Dorflebens und der Dorfgemeinschaft leisten. Die Frage der Sicherung der Bausubstanz ist auch eine ganz praktische, denn ohne die entsprechenden Instandhaltungsmaßnahmen müssen wir befürchten, die alte Dorfschule irgendwann schließen zu müssen. Somit würde ein wichtiger Bestandteil des Dorf- und Gemeindelebens abhanden kommen.
Nachahmenswert an diesem Projekt ist, dass sich die Bewohner mehrerer Dörfer bzw. Ortsteile gemeinsam für den Erhalt und den Ausbau eines Dorfzentrums, eines Treffpunkts, einsetzen. Nicht mehr genutzte Gebäude gibt es sicher in jedem Dorf. In unserem Fall hat sich die Dorfgemeinschaft dazu entschlossen, solchen nicht genutzten Raum in Eigenregie aufzuwerten, umzugestalten und zu nutzen. Wir haben bisher keine finanzielle Unterstützung seitens der Kommune erhalten und alle Arbeiten selbst durchgeführt. Auch das hat das Gemeinschaftsgefühl sehr gestärkt und zeigt, dass man gemeinsam viel erreichen kann.

Was müsste bei dem kommenden Anlauf anders sein?

Das Projekt selbst, im Sinne eines Bestehens der Dorfschule als Treffpunkt, ist bisher geglückt. Sollte eine Sanierung bzw. Instandsetzung nicht möglich sein, müssen wir zunächst weiter kleinere Arbeiten selbst übernehmen bzw. auf Zuwendungen aus dem kommunalen Haushalt oder anderen Quellen hoffen. Das Projekt ist an einen Punkt gelangt, an dem es maßgeblich von baulichen Maßnahmen abhängig ist, da alle „weichen“ Maßnahmen (Eigeninitiative, Gestaltung und Instandsetzung mit eigenen Mitteln, etc.) ausgeschöpft sind.

« zurück zur Listenansicht