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Aprikosen für Alle MehrGenerationenGarten - Akademie im Grünen - Werkstatt Grüner Pieschen - Vernetzung

Warum engagieren Sie sich persönlich für das Projekt?

Bei einer Befragung von etwa 20 Akteuren im November 2012 ergaben sich folgende Schwerpunkte der Motivationen:
1. eine selbst organisierte grüne Oase in Pieschen
2. in der Natur sein
3. gemeinsames Gärtnern statt allein und isoliert
4. ein Ort für Nachbarschaft und Begegnung
5. voneinander lernen
6. Selbstversorgung aus dem Garten

Was wird konkret im Projekt gemacht? Welche Ziele verfolgt es? Wer braucht es?

Der Aprikosengarten ist der MehrGenerationenGarten im Stadtteil Dresden-Pieschen.
Im Aprikosengarten ist die Hauptaktivität und das verbindende Glied das gemeinsame Gärtnern. BewoherInnen verschiedener sozialer Hintergründe und unterschiedlicher Generationen aus dem Stadtteil Pieschen kommen zu diesem Ort und gestalten ihn mit. Es gibt einen fest verabredeten „Gartentag“, an dem der Garten für interessierte Menschen geöffnet ist.

Wir haben folgende gemeinsame Ziele:
1. Im Garten
− durch unser gemeinsames gärtnerisches Wirken gestalten wir unser Lebensumfeld im Stadtteil mit
− wir kultivieren, ernten, verteilen und verarbeiten die Gartenprodukte oder geben Sie an andere Menschen weiter
− wir arbeiten so nachhaltig wie möglich auf biologisch-organischer Grundlage, das heißt umwelt- und klimaschonend und nutzen das Wissen von Permakultur
− wir interessieren uns für Vielfalt und probieren, alte und seltene Pflanzensorten in unserem Garten anzubauen, kreieren und tauschen Koch-Rezepte und geben Wissen für gesundheitliche Anwendungen von Pflanzen weiter
− Wir lernen voneinander – generationsübergreifend - die Jüngeren vom Wissen und den Erfahrungen der Älteren, und diese von den Ideen und dem Wissen, der Energie und den Netzwerkfähigkeiten der Jungen
− wir öffnen den Garten regelmäßig für die Nachbarschaft, laden sie ein und schaffen so eine Wohn-Umwelt mit grünem Esprit
− wir führen regelmäßig „Gartentage“ durch, an denen Informationen und Wissen ausgetauscht werden
− Wir entscheiden gemeinsam und jeder kann bei uns mitmachen

2. Im Stadtteil
− Wir organisieren u.a. Veranstaltungen und Workshops zu Themen der Umweltbildung, Natur in der Stadt, Bienen in der Stadt…
− Wir beziehen Kinder und Jugendliche aktiv in Gartenprojekte ein, wie z.B. bei Pflanzaktionen, Kräuterführungen, Gartenerforschung mit der Lupe.
− Wir geben jungen Familien mit Kindern, allein lebenden Menschen und Menschen mit unterschiedlichem sozialen Status einen Raum zur Begegnung und zum Austausch im Stadtteil.
− Wir binden das Gartenprojekt in den Stadtteil ein durch die Vernetzung mit ansässigen Vereinen, Initiativen und Institutionen, wie z.B. Projekt „Auftrieb“ des DRK, Mädchentreff Lucy, Mütter- und Vätertreff Invia, Kindergarten Himmelsblau, Förderschulzentrum Makarenko.
− Wir vernetzen uns mit anderen Gemeinschaftsgartenprojekten und –initiativen.
− Wir arbeiten mit der Stadtverwaltung und Behörden zusammen.
− Wir informieren aktiv über unser Projekt durch Ausstellungen, Beiträge im Internet, durch Zeitungsartikel sowie Radio- und Fernsehbeiträge.

Wer trägt das Projekt?

Das Projekt läuft eigenständig unter dem „Dach“ unseres Trägervereins ProPieschen e.V..
Dieser Verein ist seit mehr als 15 Jahren im Stadtteil aktiv und vernetzt unterschiedlichste soziale und kulturelle Projekte.

Wie geht die Nachbarschaft mit Ihrem Projekt um? Welchen Rückhalt bekommen / erwarten Sie?

Wir erhalten viele positive Rückmeldungen. Das Gartenprojekt wird wohlwollend und interessiert wahrgenommen. Am gemeinsamen Gartentag kommen oft Nachbarn vorbei. Sie suchen das Gespräch und freuen sich über frisch geerntetes Gemüse und farbenfrohe Blumensträuße. Im Sommer wird im Garten gemeinsam über dem Feuer gekocht. Junge Familien nutzen den Ort, um mit ihren Kindern im Grünen zu spielen. Nachbarinnen bringen uns zur Stärkung Kaffee in den Garten oder Nachbarn lehren uns das Sensen.

Was sind die nächsten Projektschritte? Welche Pläne haben Sie?

Der Aprikosengarten ist mittlerweile eine feste Institution im Stadtteil. Um die positive Wirkung des Gartens zu verstärken und für weitere Nutzergruppen im Stadtteil zugänglich zu machen, möchten wir 2013 weitere Tage mit offenem Zugang zum Garten ermöglichen.
Darüber hinaus wollen wir unser Engagement und die Idee, den Stadtteil grüner und lebenswerter zu gestalten, noch stärker in der Öffentlichkeit kommunizieren und weitere Akteure zum selbstständigen Handeln ermutigen.
Innerhalb unseres Projekts wollen wir daher vier Aktivitätsfelder entwickeln und pflegen:

1. MehrGenerationenGarten
Die grüne Oase in Pieschen ‐ ein Ort für Nachbarschaft und Begegnung:

Der Garten ist der zentrale Bestandteil unseres Projekts. Die bestehende Gartenstruktur wird weiterentwickelt und im Stadtteil bekannt gemacht. Ziel ist, Lebendigkeit und Freude im Stadtteil zu leben.

‐ gemeinsames Gärtnern nach klima‐ und umweltschonenden Grundsätzen
‐ für jung und alt
‐ mitmachen und experimentieren
‐ voneinander lernen
‐ Selbstversorgung
‐ Natur / Zusammenhänge verstehen
‐ Lebensraum schaffen
‐ Biodiversität
‐ Erweiterung der Zugänglichkeit (Öffnungszeiten)

2. Akademie im Grünen
Bildungsangebote zum nachhaltigen Leben in der Stadt:

Im kommenden Jahr wird während der Gartensaison einmal im Monat eine öffentliche Veranstaltung zum Mitmachen oder zur Weiterbildung organisiert.

‐ für Kinder und Jugendliche, Erwachsene, Institutionen
‐ Stoff‐ und Wasserkreislauf
‐ ökologisches Gärtnern
‐ Umweltbewusstsein
‐ ökologische Selbstversorgung
‐ Stadtökologie
‐ Exkursionen

3. Werkstatt Grüner Pieschen
Gemeinsam mit Bürgern machen wir unseren Stadtteil grüner und attraktiver:

Zusammen mit Pieschener BürgerInnen und im Dialog mit der Stadtverwaltung suchen wir nach ungenutzten Potenzialen und erarbeiten konkrete Ideen zur Verbesserung des Stadtbilds. Für deren praktische Umsetzung dient der Aprikosengarten als Anlaufpunkt und leistet Unterstützung.

‐ Einbeziehung von Bürgern, Vereinen, öffentlichen Einrichtungen und Stadtverwaltung
‐ Aufwertung des öffentlichen Raums durch bürgerliches Engagement
‐ Stadtteilspaziergänge
‐ Stadtteilanalyse
‐ Inwertsetzung und Nutzung von Brachflächen
‐ Workshops zum Gärtnern
‐ Pflanzen, Erde, etc. vom Aprikosengarten

4. Vernetzung
Gemeinsam sind wir stark!:

Unsere Wirkung nach außen wird durch Kooperation und Vernetzung mit anderen Initiativen und Partnern sichtbar. Damit sichern wir langfristig unser Projekt und generieren einen Mehrwert durch den Austausch von Erfahrungen, Wissen, Pflanzen und Saatgut.

- Öffentlichkeitswirksame Aktionen (z.B. gemeinsame Ausstellung mit anderen Garteninitiativen)
‐ Kooperationen mit Vereinen, Schulen, Kindergärten
‐ Kontaktpflege mit Ortsamt und Stadtverwaltung
‐ Mitarbeit im Dresdner Gartennetzwerk



Wofür brauchen wir eine Finanzierung?

1. MehrGenerationenGarten:
‐ Lagermöglichkeiten
‐ Ausstattung, Materialien, Werkzeug, Geräte
‐ Fahrrad + Anhänger

2. Akademie im Grünen:
‐ Honorare für Moderation, Workshopleitung, ‐vorbereitung
‐ Bildungsmaterialien
‐ Grundausstattung für Durchführung von Workshops
‐ Saalmiete (Winter)
‐ Werbematerialien

3. Werkstatt Grüner Pieschen:
‐ Honorare für Stadtteilanalyse, Kommunikation mit Akteuren, fachliche Beratung
‐ Pflanzen, Erde, etc.
‐ Saalmiete
‐ Werbe‐ und Informationsmaterialien

4. Vernetzung:
‐ Honorare für Werbematerialien
‐ Werbe‐ und Informationsmaterialien
‐ gemeinsamer Laden
‐ Ausstellung

Welche Ideen haben Sie, damit Ihr Projekt langfristig besteht und wirken kann?

Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit machen wir immer wieder auf das Projekt aufmerksam.
Zukünftig wollen wir das Projekt noch stärker als bisher im Stadtteil Pieschen verankern, dies erreichen wir durch direkte Kontakte, Aktionen und einen einladenden Garten. Für das kommende Jahr findet während der Gartensaison einmal im Monat eine Mitmachaktion, bei der wir der Nachbarschaft durch konkrete Angebote eine Plattform zur Begegnung und eigenem Engagement bieten wollen, statt. Im Jahresplan sind diese Veranstaltungen aufgeführt.

Themen aus dem Jahresplan 2013:
− Tauschmarkt für Sämereien und Pflanzen aus der Anzucht für alle Hobby- und Kleingärtner in Pieschen
− Lese-Garten: Präsentation literarischer Kostbarkeiten rund um den Garten. Vorstellen von Büchern zu den Themen „Gartenbau“, „Kochen“, „Gemeinschaft“ usw.
− Gesund und schmackhaft – Kräutertees aus dem Garten und von der Wiese. Sammeln, kochen, schmecken und reden.
− Garten-Dinner: Wir kochen und essen gemeinsam – querbeet durch den Gemüsegarten.
− Kartoffelfest: Wir ernten unsere Kartoffeln und kochen sie frisch vom Feld, in verschiedenen Variationen: als Pellkartoffeln, mit selbstgemachten Kräuterquarks und Dips, usw.
− Weide – ein nachwachsender Rohstoff: Wir schneiden Weiden im Elbhafen und bauen daraus einen Zaun, eine Laube oder einen Bogengang im Aprikosengarten.
− Färben mit Naturfarben. Färber-Tagetes eignen sich hervorragend zum Färben von Wolle und Stoffen.
− Mobiles Gärtnern in der Stadt – Ideenaustausch und praktischer Einstieg in diese spezielle Methode
− Vertikales Gärtnern – wir gehen in die Höhe. Gärtnern bei geringem Platzangebot.
− Biene Maya – Wir ermöglichen einen Einblick in die Bienenhaltung anhand vor Ort vorhandener Bienenvölker und kosten den geernteten Honig.
− Wir unternehmen einen „Spaziergang“ durch verschiedene Gärten in Pieschen.
− Wir veranstalten eine Exkursion zu einem Bio-Bauern in der Umgebung.

Was benötigen Sie, um Ihr Projekt voranzubringen? Wie hoch sollte Ihr Preisgeld sein?

Wir benötigen für das kommende Jahr insgesamt 15.000 €.
Mit diesem Betrag sind wir in der Lage, unseren MehrGenerationenGarten den Ansprüchen entsprechend zu gestalten und unser Angebot um die drei anderen Aktivitätsfeldern zu erweitern.

Diese Aktivitätssfelder sind:
1. Akademie im Grünen: Bildungsangebote zum nachhaltigen Leben in der Stadt
2. Werkstatt Grüner Pieschen: Gemeinsam mit Bürgern machen wir unseren Stadtteil grüner und attraktiver
3. Vernetzung: Gemeinsam sind wir stark!
Unser Anliegen und Ziel ist, die Menschen zu ermuntern und zu unterstützen, Eigeninitiative zu ergreifen. Dafür sind Wissen durch Bildungsangebote, Informationen über Möglichkeiten und Zusammenhänge von Gemeinschaftsprojekten und vielfältigste Aktivitäten für eine stärkere Vernetzung von Projekten unabdingbar. Für eine möglichst wirksame Stadtentwicklung von unten und ein durch die Nachbarschaft
mitgestaltetes Umfeld ist es daher wichtig, alle vier Aktivitätsfelder wie dargestellt zu entwickeln (siehe Gesamtkonzept weiter oben).
In Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Ressourcen, ist es denkbar, dass wir unser Gesamtkonzept über mehrere Etappen verteilt umsetzen werden.

Wird Ihr Projekt bereits gefördert? Wenn ja, von wem und in welcher Form?

Die Stadt Dresden fördert das Projekt mit 25% und die EU über das EFRE-Förderprogramm mit 75%.
Es handelt sich dabei um eine Initiativförderung, die mit dem 30.6.2013 ausläuft. Diese Förderung diente dazu, eine Projektentwicklung auf einer ehemaligen Gewerbebrache zu initiieren, den belasteten Boden auf der Gartenfläche auszutauschen und für eine gärtnerische Nutzung zu erschließen und die Erstausstattung mit Werkzeug, Pflanz- und Saatgut zu ermöglichen.

Was können andere von Ihrem Projekt lernen? Was ist das Nachahmenswerte an Ihrem Projekt?

Mit dem Projekt möchten wir vorleben, dass es möglich ist, sich zu trauen, im öffentlichen Raum gestaltend nachbarschaftlich aktiv zu werden und Verantwortung zu übernehmen
− Wir möchten den BewohnerInnen des Stadtteils zeigen, dass die
Mitgestaltungsmöglichkeiten des Lebensumfeldes und einem sozialen Miteinander vielfältig sind - nicht nur - aber auch in einem Nachbarschaftsgarten.
− Die Vorteile von Kooperation und Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Gruppe als auch nach außen, in die Umgebung, sollen sichtbar, erfahrbar und für andere erlebbar werden.
− Unser Projekt soll eine Initialzündung sein für weitere Ideen hin zu einer „essbaren Stadt“.
− Das Mitwirken verschiedener Generationen zum Nutzen aller Beteiligten (die Älteren befruchten das Projekt durch ihr Wissen und ihre Erfahrung – die Jungen haben neue Ideen und sind voller Tatendrang) soll/kann als Beispiel dienen, dieses Modell auch in anderen Lebensbereichen zu praktizieren.

Was müsste bei dem kommenden Anlauf anders sein?

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