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Altengerechtes Wohnen im Quartier

Warum engagieren Sie sich persönlich für das Projekt?

Die WOGEBE, eine Wohnungsgenossenschaft, deren Ziel die umfassende Verbesserung der Lebensbedingungen im Stadtteil Trier-Nord ist, wurde 1991 von BewohnerInnen und SozialpädagogInnen gegründet, um die Wohnungen des ehemaligen sozialen Brennpunktes für die Bewohnerschaft zu erhalten und zu sanieren. Dies ist ein sehr hoher Anspruch, der die WOGEBE auch finanziell immer wieder sehr fordert, da sie aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte und ihrer Mitgliederstruktur über kein hohes Eigenkapital verfügt.

Die zunehmende Altersarmut und die Sorge um gute Lebensbedingungen für ältere QuartiersbewohnerInnen, die aufgrund ihrer Lebensumstände wenig gute Perspektiven für ihr Leben im Alter haben, veranlassen uns, eine Brachfläche im Besitz der WOGEBE in der Thyrsusstraße als Wohnbereich für Ältere mit Pflegeanbindung zu bebauen. Das ist bislang nur eine Idee, die in naher Zukunft in Kooperation mit dem Projekt Soziale Stadt Trier-Nord weiterentwickelt werden soll.

Was wird konkret im Projekt gemacht? Welche Ziele verfolgt es? Wer braucht es?

Wie oben beschrieben, will die WOGEBE Wohnungen für ältere Menschen schaffen, die einerseits preiswert zu (ver)mieten sind (evtl. Inanspruchnahme Fördermittel Sozialer Wohnungsbau des Landes Rheinland-Pfalz) und an die ein ambulantes Pflegeangebot angebunden ist. Als Teilbereich können wir uns die Einrichtung einer Demenz-WG vorstellen. Nach Aussage des Demenzzentrums Trier ist eine solche WG in der Stadt Trier dringend notwendig (lange Warteliste). Auch die Konzeptidee, eine Demenz-WG mit weiteren vorhandenen Quartiers-Angeboten (Gemeinwesenarbeit, Bürgerhaus in der Nähe) zu verbinden, wird von den Fachleuten im Demenzzentrum sehr begrüßt.
Dieser Bereich des altengerechten Wohnens ist für die WOGEBE ein Baustein in unserer Entwicklungsarbeit für das Quartier und mit seinen Bewohnern.

Wer trägt das Projekt?

Die WOGEBE (Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg eG).

Wie geht die Nachbarschaft mit Ihrem Projekt um? Welchen Rückhalt bekommen / erwarten Sie?

1. Die Bebauung der Brachfläche als solche ist sehr erwünscht und Teil des Integrierten Entwicklungskonzeptes Soziale Stadt Trier-Nord (2010), das in einem längeren Prozess mit Bewohnerschaft, Stadtverwaltung und sozialen Fachkräften erarbeitet wurde.
2. Eine Studie im Jahr 2007 zum Älterwerden im Stadtteil Trier-Nord bekräftigt den Wunsch von älteren Bewohnern, im Stadtteil wohnen bleiben zu wollen, andererseits jedoch eine barrierefreie Wohnung und eine gute Versorgung in der Nähe zu haben.
3. Die Stadt Trier bewertet sowohl aus der Sicht des Bau- als auch des Sozialdezernates das Engagement der WOGEBE diesbezüglich sehr positiv, hat allerdings aufgrund der hohen Verschuldung im städtischen Haushalt kaum Spielraum, uns finanziell dabei zu unterstützen.

Was sind die nächsten Projektschritte? Welche Pläne haben Sie?

Die WOGEBE verfügt über zwei Brachgrundstücke in der Thyrsusstraße, auf denen bis zum Jahr 2003 ehemalige Notwohnungen der Stadt Trier standen. Die WOGEBE hatte diese Häuser 1999 ursprünglich gekauft mit dem Ziel, sie zu sanieren und für die Bewohnerschaft zu erhalten. Aufgrund der maroden Bausubstanz war schließlich nur ein Abbruch möglich. Die BewohnerInnen konnten mit Wohnraum der WOGEBE in der Nachbarschaft versorgt werden. Da die WOGEBE bislang keine finanziellen Mittel hatte, eine Neubebauung zu realisieren, sind die Brachflächen bis heute unbebaut, was einerseits städtebaulich für den Stadtteil und sein Image negativ zu Buche schlägt, andererseits wirtschaftlich für die WOGEBE nachteilig ist, da ein erheblicher Aufwand für Erbbauzinsen für die unbebauten Grundstücke anfällt. Dazu kommt das Fehlen eines guten Wohnangebotes mit entsprechender Versorgung für ältere BewohnerInnen im Viertel.

Zurzeit entwickeln wir auf einem der beiden Brachflächen ein kleineres Wohnprojekt zum gemeinschaftlichen Wohnen, bei dem die zukünftigen BewohnerInnen zum einen durch eine entsprechende finanzielle Einlage den Neubau ermöglichen und zum anderen bereits bei der Planung der Gestaltung der Häuser und der Gesamtanlage mitwirken. Dieses Projekt können wir nur realisieren, da wir über eine Modellfinanzierung des Programms Soziale Stadt einen Projektentwickler einstellen konnten. Gemeinsam mit der Quartiersmanagerin und dem Geschäftsführer der WOGEBE entwickelt er die anspruchsvolle Konzeption eines gemeinschaftlichen Wohnprojekts in einem sozial benachteiligten Gebiet. Ein Vorentwurf für dieses (barrierefreie) Projekt ist bereits erstellt und wir hoffen, dass wir Mitte nächsten Jahres mit dem Bau beginnen können.

Wir möchten gerne auf dem größeren der beiden Grundstücke das oben beschriebene Projekt des „Altengerechten Wohnens im Quartier“ verwirklichen. Die Planungen dafür könnten Mitte des nächsten Jahres beginnen, erfahrungsgemäß wird die Planungsphase, gerade weil es ein komplexes Projekt ist, jedoch wahrscheinlich 1 Jahr übersteigen, bevor es dann zu einer Umsetzung kommen wird.

Welche Ideen haben Sie, damit Ihr Projekt langfristig besteht und wirken kann?

Durch die Rechtsform der Genossenschaft ist gesichert, dass das Projekt nach seiner Verwirklichung auch langfristig Bestand haben kann.

Was benötigen Sie, um Ihr Projekt voranzubringen? Wie hoch sollte Ihr Preisgeld sein?

Wir möchten gerne wie oben beschrieben das Projekt „Altengerechtes Wohnen im Quartier“ verwirklichen, weil wir von seiner Zielrichtung und seinem Nutzen sowohl für seine BewohnerInnen als auch für den Stadtteil überzeugt sind.
Uns ist jedoch bewusst, dass wir dies nur mit Unterstützung eines bei uns beschäftigten Projektentwicklers umsetzen können, da es im Alltagsgeschäft einer kleinen Genossenschaft (knapp 500 Wohnungen) mit schwieriger Klientel (50% unserer Mitglieder sind Transferleistungsbezieher) eine Überforderung wäre, das anspruchsvolle Konzept von altengerechtem Wohnungsbau, Entwicklung von Kooperationen mit Pflegeeinrichtungen und ggf. Demenz-WG „nebenbei“ zu planen und umzusetzen.

Die Förderung unserer Projektentwicklung durch das Programm Soziale Stadt endet im April 2014. Wir sehen uns in der Pflicht, bereits jetzt die weitere Anstellung eines Projektentwicklers für unser Vorhaben zu sichern, damit Kontinuität bei diesen umfangreichen Planungsprozessen gewahrt werden kann. Ein Anstellungsverhältnis – so hat sich gezeigt – verpflichtet den Projektentwickler auch in hohem Maße den genossenschaftlichen Zielsetzungen, wie sie im Leitbild der WOGEBE zugrunde gelegt sind.
Wir beantragen zur Umsetzung unserer Projektidee „Altengerechtes Wohnen im Quartier“ bei der Montag-Stiftung eine Förderung in Höhe von
75.000 € für die Zeit von Mai 2014 bis Dezember 2015.

Wird Ihr Projekt bereits gefördert? Wenn ja, von wem und in welcher Form?

Derzeit wird die Entwicklung des gemeinschaftlichen Wohnprojektes durch das Programm Soziale Stadt gefördert. Eine Förderung ab dem 1.Mai 2014 für die Entwicklung des Projektes „Altengerechtes Wohnen im Quartier“ gibt es nicht.

Was können andere von Ihrem Projekt lernen? Was ist das Nachahmenswerte an Ihrem Projekt?

Die Arbeit der WOGEBE in Trier-Nord kann beispielhaft sein für eine integrierte soziale Stadtteilentwicklung, die mehr umfasst als nur Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Unsere Projektidee „Altengerechtes Wohnen im Quartier“ kann anderen Wohnungsunternehmen Anregungen geben, wie die Bedarfe der älteren Bewohnerschaft berücksichtigt und durch Kooperationen mit entsprechenden sozialen Infrastruktureinrichtungen zur Zufriedenheit erfüllt werden können.
Für andere benachteiligte Stadtteile mag die Struktur der Genossenschaft anregend sein, über die Verstetigung ihrer sozialen Projekte in diese Richtung nachzudenken.

Was müsste bei dem kommenden Anlauf anders sein?

Wie oben bereits beschrieben, war die WOGEBE aufgrund der großen Herausforderungen im täglichen Kerngeschäft der Wohnungsverwaltung und -bewirtschaftung bisher nicht in der Lage, eine Bebauung des Grundstücks zu realisieren. Aufgrund der Mitgliederstruktur der WOGEBE und ihrer Zielsetzung verfügt sie über keinerlei finanzielle Spielräume, aus eigenen Mitteln einen Projektentwickler einzustellen. Für die WOGEBE ist die professionelle Unterstützung eines Projektentwicklers jedoch die wichtigste Voraussetzung, damit die Projektidee umgesetzt werden kann.

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