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Alt werden zu Hause

Warum engagieren Sie sich persönlich für das Projekt?

Die trägerneutrale, unabhängige Beratung und Begleitung von Senioren, ohne Geschäftsinteressen des Anbieters, und die ständige Weiterentwicklung (z. B. Ausbau der Wohnanpassungsberatung und Wohnumfeldgestaltung (auch im öffentlichem Raum), Netzwerkarbeit, Aufbau einer ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe, Mitfahrerbörse, technische Unterstützungsmöglichkeiten, Bewegungsaktivitäten für Hochbetagte) des Projektes seit 2007 durch die AOVE-Koordinationsstelle „Alt werden zu Hause“, unterstützt durch die beteiligten Kommunen, sehe ich vielfältige Möglichkeiten, nicht nur ältere Bürgerinnen und Bürger der Region und darüber hinaus zu unterstützen, sondern ihnen auch zu möglichen möglichst lange in ihrem angestammten Wohnumfeld leben zu können. Außerdem bietet das Projekt auch enorme Entlastungsmöglichkeiten für die betreuenden Angehörigen. Durch das Projekt wurde bisher schon sehr gut die Unterstützung zur organisierten Selbsthilfe eingeführt und vorangebracht.

Was wird konkret im Projekt gemacht? Welche Ziele verfolgt es? Wer braucht es?

Im Rahmen des Projektes wird es Senioren ermöglicht, solange wie möglich in ihrem häuslichen Umfeld wohnen zu bleiben. Gemeinsam mit einem Netzwerk aus professionellen Organisationen, ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ehrenamtlichen Alltagsbegleiterinnen und -begleitern –koordiniert durch eine hauptamtliche Fachkraft- werden Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen, die in der Lage sind, sich dem stetig verändernden individuellen Bedarf der älteren Menschen flexibel anzupassen und stets zeitnah zur Verfügung stehen. Die Dienstleistungen von „Alt werden zu Hause“ erreichen ältere Menschen so früh wie möglich und werden entsprechend ihrem unterschiedlichen Bedarf so etabliert, dass sie transparent, effektiv, effizient, vernetzt und strukturiert sind. • Unabhängige, trägerneutrale Informationen über Dienstleistungen im Bereich der ambulanten Pflege, allgemeinen Betreuung und hauswirtschaftlichen Versorgung • Wöchentliche Besuche durch eine qualifizierte Bezugsperson (ehrenamtliche Alltagsbegleiterinnen, -begleiter) • Soziale Beratung und Betreuung bei auftretenden Problemen • Organisation notwendiger Dienstleistungen, Case-Management, falls die Klientin, der Klient, bzw. dessen Angehörige nicht dazu in der Lage sind z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt • Information über Unterstützungsmöglichkeiten, Veranstaltungen und Freizeitangebote • Ehrenamtliche Wohnanpassungs-, Wohnumfeldberatung
• AOVE-Taschengeldbörse (Jung hilft alt) • Auf- und Ausbau lebendiger Nachbarschaften mit gegenseitiger Unterstützung inkl. Mitfahrgelegenheiten, da Busverbindungen in den Flächengemeinden der AOVE stark ausgedünnt, bzw. nicht mehr vorhanden sind und jüngere Menschen tagsüber in den weiter entfernten Ballungsräumen zur Arbeit gehen. • Sicherung der Teilhabe älterer und mobilitätseingeschränkter, behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben im gewohnten Wohnumfeld. Von der Arbeit des Projektes „Alt werden zu Hause“ profitieren nicht nur älteren Menschen in der Region sondern auch Familien mit kleinen Kindern, Jugendlichen.

Wer trägt das Projekt?

AOVE-Koordinationsstelle „Alt werden zu Hause“ im Rahmen der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach, Gesellschaft für Regionalentwicklung. Die Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach ist ein Zusammenschluss von neun Kommunen im Landkreis Amberg-Sulzbach, der seit Jahren über Gemeindegrenzen hinweg in allen Bereichen der Regionalentwicklung zusammenarbeitet. Nähere Informationen unter www.aove.de

Wie geht die Nachbarschaft mit Ihrem Projekt um? Welchen Rückhalt bekommen / erwarten Sie?

„Alt werden zu Hause“ ist von den Nachbarschaften sehr gut akzeptiert und anerkannt. Nachbarn werden bei Bedarf in die Unterstützung eines Klienten, nach deren eigenen Möglichkeiten miteinbezogen. Durch den Aufbau einer ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe erhoffen wir uns hier noch mehr Unterstützungsmöglichkeiten. Die finanzielle Beteiligung der Kommunen an dem Projekt spiegelt den Rückhalt aus Politik und Verwaltung wieder. Alle neun Bürgermeister der AOVE-Region stehen voll hinter dem Projekt. Die stetig steigende Anzahl an Kooperationspartnern sowie die fast nicht mehr bewältig baren Anfragen an Beratungen und Begleitungen durch das momentane haupt- und ehrenamtliche Personal zeigen die Wichtigkeit des Projektes auf. Das Projekt ist aufgrund der umfangreichen Pressearbeit weit über die Grenzen des AOVE-Gebietes hinaus bekannt, wird aufgrund der sehr guten Resonanz auch von anderen Kommunen nachgefragt und wurde vor kurzem in Oberösterreich vorgestellt.

Was sind die nächsten Projektschritte? Welche Pläne haben Sie?

• Aus- und Aufbau, Intensivierung der ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfen, inkl. Mitfahrgelegenheiten in der Region • Prävention bei Hochbetagten (Fit im Alltag) • Als Ergänzung zu den sozialen Hilfestellungen, der Wohnanpassungs-, Wohnumfeldberatung sollen auch technische Unterstützungsmöglichkeiten (AAL) bekannt gemacht und angeboten werden, um das Altwerden im häuslichen Umfeld zu ermöglichen, bzw. zu erleichtern und Angehörige zu entlasten sowie die Lebensqualität zu erhöhen.

Welche Ideen haben Sie, damit Ihr Projekt langfristig besteht und wirken kann?

Durch die Angliederung an die Regionalentwicklung der Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach (AOVE) ist der Bestand des Projektes relativ gut gesichert. Jedoch sind wir bestrebt, das Projekt ständig weiter auszubauen. Dazu ist mehr hauptamtliches Personal notwendig. Dies ist aufgrund der finanziellen Situation der Kommunen leider nur in geringem Umfang möglich.

Was benötigen Sie, um Ihr Projekt voranzubringen? Wie hoch sollte Ihr Preisgeld sein?

Mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 € könnten wir für die nächsten zwei Jahre eine 400 €-Kraft finanzieren, die zur Unterstützung des derzeitigen Personals die geplanten Teilprojekte mit vorantreibt und begleitet.

Wird Ihr Projekt bereits gefördert? Wenn ja, von wem und in welcher Form?

Das Projekt wird im Rahmen der Umsetzungsbegleitung (Personalkosten für hauptamtliches Projektmanagement) der Integrierten Ländlichen Entwicklung der neun AOVE-Kommunen seitens des Amtes für Ländliche Entwicklung, Oberpfalz sowie über die beteiligten Kommunen finanziert. Des Weiteren erfolgt die Finanzierung über direkte Einnahmen (Betreuungsverträge, Abrechnung von Betreuungsleistungen, Spenden). Spenden werden meist dazu verwendet, finanziell schlechter gestellte Personen Begleitungen zu ermöglichen.

Was können andere von Ihrem Projekt lernen? Was ist das Nachahmenswerte an Ihrem Projekt?

• Professionelle und ehrenamtliche Vernetzungsstrukturen aufbauen und ohne Konkurrenzdenken nutzen. • Aktivierung und Wertschätzung von ehrenamtlich Mitarbeitern • Gemeinsam mit Klienten deren Fähigkeiten entdecken und diese von Anfang an zu deren Problemlösung mit einbeziehen.
• Erkennen von individuellen Kompetenzen von Klienten und Fördern deren Fähigkeiten • Als unabhängige Beratungsstelle stellen wir alle Unterstützungsmöglichkeiten der Region vor. Klient, bzw. Angehöriger entscheidet, welche Dienste er in Anspruch nimmt.

Was müsste bei dem kommenden Anlauf anders sein?

Durch die Unterstützung vom Politik, Verwaltung und zahlreicher Ehrenamtlicher war das Projekt nach einer kurzen Anlaufphase von Anfang an erfolgreich.

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