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4 Zimmer, Küche, Diele, Bad - Ein Dorf als Begegnungsraum der Generationen

Warum engagieren Sie sich persönlich für das Projekt?

Stellvertretend für die drei sich bewerbenden Netzwerke:
Neukirchener Nachbarschaftsnetz, Marion May-Hacker: „Unter dem Dach der Lokalen Agenda 21 Neukirchen-Vluyn habe ich als Agendabeauftragte 2005 gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt eine Projektgruppe „Wohnen und Leben im Alter“ ins Leben gerufen. Aus dem Engagement dieser Gruppe hat sich das Neukirchener Nachbarschaftsnetz entwickelt, zu deren Mitgliedern ich gehöre. Das Netzwerk aus ehrenamtlichen und institutionellen Akteuren will dazu beitragen, dass Altsein und Altwerden in Neukirchen im gewohnten Lebensumfeld möglich ist und Achtsamkeit im Miteinander der Generationen die Selbständigkeit älterer Menschen erhalten hilft. Sich für lebendige Nachbarschaften in Neukirchen zu engagieren, ist zudem für eine gebürtige Neukirchenerin auch ein ganz persönliches Anliegen“.
KROKO Schulkultur, Ulrike Reichelt: „Als Schulkulturbeauftragte ist es mein Ziel, über die kulturelle Öffnung und Vernetzung der Schulen hinaus, Ergebnisse dieser Arbeit öffentlich einem breiten Publikum zu präsentieren. Dabei haben sich vor allem die Ausstellungsorte als erfolgreich erwiesen, die nicht kulturspezifisch angelegt sind. Schulkunst und Theaterinszenierungen mitten im Dorf in Ladenlokalen oder auch hinter dem Tresen oder in der Wurstküche einer Fleischerei zu präsentieren, schafft es, ein Publikum anzuziehen, das gemischter nicht sein könnte. Es werden Hemmschwellen abgebaut, vertraute Umgebungen mit eingebaut, neu interpretiert und gleichzeitig auf das Dorf aufmerksam gemacht, auf seine besondere Atmosphäre und seine Menschen. Als zugezogene Neukirchenerin wünsche ich mir einen attraktiven Ortskern, der als Begegnungsraum aller Generationen fungiert und in dem ich noch gern und lange wohnen möchte“.
Stadtmarketing-Arbeitskreis Dorf Neukirchen, Thomas Stralka, AK-Sprecher: „Unsere fast überall und jederzeitige Möglichkeit der Kommunikation (SMS, E-Mail, Twitter, Mobilfunk, etc.) lassen uns glauben, wir seien fast am Ziel der allumfassenden Kommunikation angekommen. Wenn man es aber genau betrachtet, wird man z.B. an einer Bushaltestelle erkennen, dass zwar jeder kommuniziert, nur leider nicht die Personen vor Ort miteinander. Wir vergessen in der Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft die wirklich wichtigen Dinge, wie Familie, Freunde und unsere Nachbarn, mit denen wir meist Jahre zusammen Haustür an Haustür leben. Das „Dorf Neukirchen“ steht u. a. für die Bereiche Geschichte, Freundschaft, Familie, Hilfsbereitschaft und Nachbarschaft. Ich möchte, dass wir begreifen, wie wichtig unser Tun und Handeln vor Ort ist, und dass es u. a. selbstverständlich ist/wird, Personen, auch wenn man sie persönlich nicht kennt, mit einem Guten Morgen und/oder Guten Tag zu begegnen. Ich möchte, dass das Dorf Neukirchen eine Zukunft hat und dass die Menschen wieder das Gefühl bekommen, dass sie es selbst in der Hand haben, was aus Ihrem Dorf wird“.

Was wird konkret im Projekt gemacht? Welche Ziele verfolgt es? Wer braucht es?

Die Stadt Neukirchen-Vluyn ist eine kleine überschaubare Stadt am Niederrhein mit 28.000 Einwohnern, ländlich gelegen mit guter verkehrstechnischer Anbindung an das Ruhrgebiet und das Rheinland. Sie besteht historisch aus zwei Stadtteilen, eigentlich zwei Dörfern, mit jeweils eigenen Zentren - Vluyn und Neukirchen. Zwischen beiden Ortsteilen liegt der ehemalige Zechenstandort Niederberg. Auf diesem Gelände entsteht nun 11 Jahre nach Stilllegung der Zeche ein neuer Gewerbe- und Wohnstandort, deren Bewohner auf ein gewachsenes lebendiges Zentrum in der Nachbarschaft angewiesen sein werden. Faktisch gesehen ist Neukirchen-Vluyn eine „Schlafstadt“. Zu klein, um als attraktives überregionales Einzelhandelszentrum zu gelten, aber genau richtig in seiner Größe, um als Nachbarschaftszentrum mit einer hohen Lebensqualität zu wachsen. Wohnen und leben mit einer funktionierenden Nahversorgung für alle Generationen; einer Nahversorgung, die über den täglichen Lebensmittel- und medizinischen Bedarf hinausgeht und auch kulturelle Angebote als notwendige Versorgung mit einschließt.
4 Zimmer, Küche, Diele, Bad- barrierefreier Zugang: Der Stadtteil „Dorf Neukirchen“ - so übersichtlich wie eine geräumige 4-Zimmer Wohnung mit WG-Atmosphäre, möchte sich hier bewerben mit dem Ziel, gemeinsam als engagierte Netzwerker ein Dorf als Begegnungsraum der Generationen zu entwickeln. Ein Dorf mit einer „guten Stube“, einer überdachten Terrasse, einer großen Diele und vielen Zimmern, die sich öffnen und alle Bürger und Bürgerinnen einladen. Die drei beteiligten Netzwerke decken dabei folgende Bereiche ab: „Mehr Teilhabe und Lebensqualität für ältere Menschen“, „Kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche“ und „wirtschaftliche Aspekte im Arbeitskreis örtlicher Einzelhändler und Anwohner“. Alle drei haben gemeinsame Interessen, Ziele und Schnittmengen, die es lohnt zu konkretisieren. Hier eine kurze Vorstellung der jetzigen Aufgabenbereiche, um anschließend konkrete Projektziele für die Zukunft zu formulieren:
• Das „Neukirchener Nachbarschaftsnetzwerk“ ist eine Initiative, die sich für mehr Teilhabe und Lebensqualität insbesondere älterer Menschen einsetzt. Der Besuchsdienst ist seit Mitte 2011 ein ganz praktisches Angebot. Eine Gruppe engagierter Frauen verschenkt seitdem ihre Zeit an Menschen, die nur schwer oder gar nicht ihre eigene Wohnung verlassen können. Sie besuchen insbesondere ältere und alleinstehende Personen und lassen sich mit viel Einfühlungsvermögen auf ihre Biografien und ihre Erfahrungen ein und hören zu. Oft steht auch ein Spaziergang oder das Vorlesen der Zeitung auf dem Programm. Das Nachbarschaftscafé ist das zweite Angebot. Das Café öffnet einmal im Monat seine Pforten und bietet die Möglichkeit, bei einer Tasse Kaffee zu klönen und neue Kontakte zu knüpfen. Der neue Treffpunkt ist ein voller Erfolg, die meisten Gäste kommen regelmäßig. Einige Seniorinnen gestalten den Nachmittag inzwischen mit, die Vertrautheit untereinander wächst. Es gibt bereits den Wunsch, das Nachbarschaftscafé häufiger zu öffnen. Das Café wird durch ehrenamtliche Teams organisiert und der Seniorenpark carpe diem stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Ehrenamtlichen werden von der Netzwerkerin des Neukirchen-Vluyner Erziehungsvereins beim Knüpfen von Kontakten zu zurückgezogen lebenden Menschen unterstützt. Das jüngste Projekt, das durch das Neukirchener Nachbarschaftsnetz angestoßen wurde, ist ein telefonischer Besuchsdienst, der sich jetzt im Aufbau befindet. Mit einem eigenen Wettbewerbsantrag hat sich die Neukirchen-Vluyner „Handwerkliche Nachbarschaftshilfe“ unter der fachlichen Leitung des Diakonischen Werks Kirchenkreis Moers Stadtteilbüro Treff 55 beworben. Dieses ehrenamtliche Team führt einfache handwerkliche Arbeiten aus. Bei Neukirchenern und Vluynern, die bedürftig und/oder aufgrund ihrer Lebenssituation zu solchen Arbeiten nicht in der Lage sind, wechselt das Handwerksteam zum Beispiel Glühbirnen oder repariert einen Wasserhahn. Wir freuen uns, dieses engagierte Team mit seinen Anliegen, Vorstellungen und Wünschen nun in diesem gemeinsamen Antrag mit einbinden zu können und verweisen an dieser Stelle auf den bereits eingegangenen Antrag und seinen detaillierten Angaben. Diese finden bei unserer vorgestellten Projektfinanzierung Berücksichtigung.
• KROKO Schulkultur - Kreativ.Kommunal.Kooperativ. - ist eine Initiative der Stadt Neukirchen-Vluyn und des Fördervereins der Stadtbücherei, die sich die kulturelle und künstlerische Bildung von Kindern und Jugendlichen zum Ziel gesetzt hat. 2012 zum zweiten Mal als vorbildliches Konzept ausgezeichnet vom Land NRW, vernetzt KROKO Künstler, kommunale und regionale Bildungsinstitutionen, Theater und Museen mit allen Schulen vor Ort. Es gibt die Kulturstrolche, außerschulische Workshops und zahlreiche Schulprojekte. KROKO versteht sich als Vermittlerin zwischen den Anliegen unterschiedlichster Akteure, sucht nach Finanzierungsmöglichkeiten, deckt Potentiale der Schulen auf und bringt Menschen zusammen, die sich sonst nie getroffen hätten. Die Schulkultur initiiert Projekte, bei denen Generationen und Kulturen aufeinander treffen und das an den außergewöhnlichsten Orten mit den unterschiedlichsten Themen. www.neukirchen-vluyn.de > Kultur und Bildung > Schulkultur
• Im Stadtmarketing-Arbeitskreis Dorf Neukirchen treffen sich die Einzelhändler und Anwohner, tauschen sich aus und planen gemeinsame Aktionen. Dieser Arbeitskreis übernimmt zunehmend die Aufgabe, neue Projekte zur Stärkung des Ortskerns zu entwickeln und dabei die Vereine, den Einzelhandel, die bestehenden Netzwerke und alle interessierten BügerInnen und Nachbarn als Paten für Veranstaltungen zu gewinnen. 2012 hat der AK Neukirchen ein Logo und als Dachmarke für alle Aktivitäten im Dorf eine eigene Homepage eingeführt und so das Dorf in das Bewusstsein seiner Bewohner zurückgeholt. Unterstützt wird der AK vom Stadtmarketing und Kulturamt. www.dorf-neukirchen.de
Drei Netzwerke, drei Zielgruppen, ein Ziel. Vergangene Veranstaltungen haben uns gezeigt, dass es gerade die Heterogenität ist, die eine gute Nachbarschaft erst ausmacht. Älteren und jüngeren Menschen müssen Möglichkeiten der Begegnung geboten werden, in Räumen, bei gemeinsamen Projekten, auf Veranstaltungen. 2012 gab es erste gemeinsame Projekte, die realisiert wurden: „Gestern ist unser Heute“ ein von Schülern erstellter Dokumentarfilm, mit Interviews und Workshops, an denen SeniorInnen aus Neukirchen und Vluyn teilgenommen haben. Die Präsentation fand in einem Ladenlokal im Dorf Neukirchen statt, die an das gemeinsame traditionelle Missionshoffest anschloss. Dazu wurden großformatige Fotos älterer und junger Menschen an ihren Lieblingsorten in den Schaufenstern der Fußgängerzone ausgestellt, der „Galerie Dorf Neukirchen“. „Aktion Dorfmasche“ Strickgraffiti im großen Stil - hier hat sich eine Aktionsgruppe gegründet, die es in kürzester Zeit mit einem öffentlichen Mitstrickangebot geschafft hat, vier Bäume einzustricken. Die abschließende Ummantelung/Vernähung wurde groß gefeiert, mit einem Livekonzert einer Schülerband neben den Bäumen und einer Kunstausstellung in einem Lokal. Aus dieser Aktion hat sich ein größeres Projekt ergeben, für das über Wochen sechs Strickdamen - alle zwischen 65 und 75 - mehrere Schulklassen von Kl. 4-10 besuchen und diesen das Stricken beibringen. Geplant ist es, ein ganzes Haus - seit 10 Jahren leerstehend und direkt am Dorfeingang gelegen - zu bestricken und in ein Dornröschenschloss zu verwandeln. Mit der „Aktion Mitbringbruch“, einer langen Tafel mitten auf der „Diele“ unseres Dorfes Neukirchen, bot sich die erste Gelegenheit der Netzwerkakteure sich bei Essen, Trinken und Gespräch besser kennen zu lernen und einen kleinen Nachbarschaftstag zu erproben.
Drei von mehreren ganz unterschiedlichen Projekten, die es sich zum Ziel gesetzt haben, neben dem Aufbau neuer sozialer Kontakte auch Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements aufzuzeigen und mit gemeinsam geplanten öffentlichen Veranstaltungen im Dorfkern auch den Einzelhandel zu unterstützen und für ihn zu werben. Man könnte sagen, drei Fliegen mit einer Klappe – profitieren können wir alle gemeinsam davon!
Welche Ziele verfolgt das Projekt? Für uns ist Nachbarschaft vielseitig, es bedeutet mehr, als nebeneinander zu leben oder zu arbeiten. Nachbarschaft ist ein Bedürfnis aller Generationen, es bedeutet Vertrautheit und Nähe:
• zu wissen, dass man alles Notwendige für den täglichen Bedarf vor Ort hat,
• zu wissen, dass man garantiert nette liebe Leute trifft, wenn einem danach ist,
• zu wissen, dass man nicht allein ist, wenn man alt wird und Hilfe braucht,
• zu wissen, dass man verantwortlich für seine Umgebung ist und diese maßgeblich mitgestalten kann,
• zu wissen, dass etwas los ist im Dorf, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt,
• zu wissen, dass eigene Ideen und Engagement gern gesehen werden,
• zu wissen, dass man willkommen ist und gebraucht wird
• zu wissen, dass man Hilfe bekommt, wenn man sie nötig hat.
Unser Hauptziel: Gründung eines „Nachbarschafts-Kulturvereins“ mit der Aufgabe der Sicherung und dem Erhalt der Einzelhandelsstruktur und der Verbesserung der Aufenthaltsqualität im historischen Ortskern Neukirchen. Erreicht werden sollen diese Ziele durch die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, die Stärkung von Tradition und Innovation sowie des bürgerschaftlichen Engagements über den Rahmen der Mitgliedschaft hinaus. Alle Aktivitäten werden unter enger Einbindung der Stadt Neukirchen-Vluyn, dem Amt für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing, dem Kulturamt und dem Agenda 21 Projekt „Wohnen und Leben im Alter“ durchgeführt. Zur Erreichung des Vereinszwecks werden alle Kräfte eingebunden, die am Stadtleben beteiligt sind. Daraus ergeben sich folgende Unterziele:
• Mehr soziale Kontakte und nachbarschaftliche Achtsamkeit, Förderung ehrenamtlichen Engagements,
• Planung und Durchführung gemeinschaftlicher Veranstaltungen zur Stärkung der Anziehungskraft des historischen Ortskerns,
• Förderung der Vernetzung und der Zusammenarbeit von gemeinschaftlichen, kulturellen und nachbarschaftlichen Initiativen, Vereinen und Firmen,
• Förderung von Projekten mit dem Ziel einer besseren Identifikation mit dem historischen Ortskern „Dorf Neukirchen“ der Stadt Neukirchen-Vluyn,
• Förderung der Wirtschaft zur Stärkung des Einzelhandels im historischen Ortskern „Dorf Neukirchen“ mit dem Ziel einer gewährleisteten Nahversorgung,
• Erzeugung eines „Dorf Neukirchen...Gefällt mir“-Images.
Wer braucht es?
• Alle Bürger, die im Umkreis des Dorfes und im Dorf wohnen und weiterhin an einer funktionierenden Nahversorgung und an einem freundschaftlichen und nachbarschaftlichen Leben interessiert sind.
• Alle älteren Bürger, die auf Hilfe und soziale Kontakte in der Nähe angewiesen sind.
• Alle Vereine, die sich thematisch einbringen können und unter einer „Dachmarke“ auf sich aufmerksam machen und Nachwuchs anwerben können.
• Alle Netzwerke, die bereits in ihrem Umfeld bzw. auf ihrem Gebiet agieren, ihre Aktivitäten aber bekannter und damit effektiver gestalten können.
• Alle Geschäftsleute, die am Fortbestand interessiert und auf Kunden angewiesen sind.
• Alle Schulen, um auf ihr Potential - aktive interessierte Kinder und Jugendliche - aufmerksam zu machen.

Wer trägt das Projekt?

Koordiniert und getragen wird das Projekt mit seinen Aktionen vom Stadtmarketing-Arbeitskreis Dorf Neukirchen und seinen Mitgliedern, dem Neukirchener Nachbarschaftsnetz und KROKO Schulkultur mit ihren ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen.

Wie geht die Nachbarschaft mit Ihrem Projekt um? Welchen Rückhalt bekommen / erwarten Sie?

Viele Ideen sind im letzten Jahr von den Nachbarn selbst eingebracht worden. Der Stadtmarketing-Arbeitskreis bestand früher fast nur aus Einzelhändlern. Nun werden die Nachbarn mehr mit eingebunden. Auch bei Veranstaltungsaktionen wie dem Trödelmarkt halfen Anwohner bei der Organisation mit. Wir rechnen also nicht nur mit gleichbleibendem Rückhalt, sondern setzen auf verstärkte gemeinsame Verantwortung und erwarten diese, zumal es gelingt, durch die Zusammenarbeit des Stadtmarketing-Arbeitskreises mit den beiden anderen Netzwerken unterschiedlichste Menschen in der Nachbarschaft anzusprechen.

Was sind die nächsten Projektschritte? Welche Pläne haben Sie?

Am 01.06.2013 plant das Neukirchener Nachbarschaftsnetz den Nachbarschaftstag in der Stadt Neukirchen-Vluyn. Diesen Tag wollen wir nutzen, unterschiedlichste bestehende Nachbarschaften planerisch mit einzubinden, um mit 10 Stationen im Stadtgebiet einen Nachbarschaftsrundkurs anbieten zu können. Die einzelnen Stationen bieten jeweils einen alternativen Schwerpunkt, das können sein:
• die Dorfnachbarschaft direkt in der Fußgängerzone mit einem Brunch und der Information dörflicher Aktivitäten und Veranstaltungen,
• die Mehrgenerationenwohnen-Siedlung mit einem Nachbarschaftskaffeetrinken für Familien ihrer Siedlung und Umgebung, um ein Kennenlernen zu fördern,
• das abendliche Grillen in der „Neuen Kolonie“ in Zusammenarbeit mit der AWO, der evangelischen Gemeinde Neukirchen und dem türkisch-islamischen Kulturverein oder
• die Aktion Dorfmasche zu Gast in dem Seniorenheim Carpe Diem im Dorf, um gemeinsame Projekte zu präsentieren.
Allen gemeinsam ist es, aufzuzeigen, wie eine gelebte, aktive kleine Nachbarschaft sich nach außen präsentieren und sich öffnen kann. Es werden über den eigenen Tellerrand geschaut, Angebote des Neukirchener Nachbarschaftsnetzs vorgestellt und Möglichkeiten gezeigt, sich selbst aktiv einzubringen. Das Thema des nachbarschaftlichen Miteinanders aufnehmend, möchten wir 2013 weitere Neukirchen-Vluyner für ein ehrenamtliches Engagement gewinnen. Hierzu sind Qualifizierungsangebote sinnvoll, die zur Entwicklung eigener Projektideen der Teilnehmenden führen, vorzugsweise im Sinne einer guten Nachbarschaft. Ziel sollte es sein, dass die Teilnehmenden im Rahmen des Schulungsprojektes ein eigenes kleines Projekt starten und umsetzen.
Die von KROKO Schulkultur geplanten Veranstaltungen im Dorf sollen weiter bekannt gemacht, bereichert und ergänzt werden. Öffentliche Schulkunstausstellungen in Ladenlokalen, Lesen hinterm Tresen, Projektpräsentationen auf der Straße sollen dabei ein generationsübergreifendes Publikum einbinden. Ein Publikum, das letztendlich aus potentiellen Kunden besteht und aus dem aktive Dorfnachbarn werden können.
Für 2013/14 haben wir aus dem Bereich Schulkultur die Idee, in einem längerfristig angelegten kultur- und generationsübergreifenden Angebot mit dem Titel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ mit interessierten Menschen gemeinsam verschiedene Kulturveranstaltungen zu besuchen, das können aktuelle Museumsausstellungen sein, Theatervorstellungen oder Konzerte. Die individuellen Eindrücke, durch kulturelle und altersabhängige persönliche Sichtweisen geprägt, werden anschließend mit unterschiedlichen Materialien und künstlerischen Techniken umgesetzt. Es können Bilder auf Leinwänden, Plastiken, kleine Installationen entstehen. Die Dokumentation erfolgt durch die professionelle Begleitung von Filmemachern und bietet wiederum Gelegenheit, öffentlich die Ergebnisse und ihre Entwicklung zu präsentieren.

Welche Ideen haben Sie, damit Ihr Projekt langfristig besteht und wirken kann?

Langfristig bestehen kann nur, was breit aufgestellt wird und vielseitig wirken kann. Mit der Gründung eines „Nachbarschafts-Kulturvereins“ hätten wir die Möglichkeit einer übergeordneten Koordination und gleichzeitig auch die Chance, durch Erlöse eigener Veranstaltungen und durch Anträge bei örtlichen oder überregionalen Stiftungen neue Projekte und Ideen zu finanzieren, um langfristig auf eigenen finanziellen Füßen stehen zu können.

Was benötigen Sie, um Ihr Projekt voranzubringen? Wie hoch sollte Ihr Preisgeld sein?

• Der Gründung des Nachbarschafts-Kulturvereins soll eine Stadtteilkonferenz vorausgehen, um alle Mitglieder der drei Netzwerke und weitere interessierte Bürger über die Idee zu informieren und zu interessieren. Für eine externe Beratung und Moderation werden 1000 € benötigt. An dieser Stelle sollen auch die Vorschläge aus dem Arbeitskreis Leerstandsmanagement vorgestellt und unter dem Stichwort „Zwischennutzungen“ mit eingebaut werden.
• Für die Werbung Ehrenamtlicher und deren anschließender Qualifizierung mit dem Ziel der Förderung des nachbarschaftlichen Miteinanders werden 3000 € benötigt. In mehreren Workshops sollen sich die Teilnehmenden über ihre Stärken und Interessen, die sie einbringen möchten, um ein eigenes kleines Nachbarschaftsprojekt zu starten, und über dessen Anforderungen klar werden. Diese Workshops bedürfen einer fachlichen Begleitung.
• Die „Handwerkliche Nachbarschaftshilfe“ benötigt zur anteiligen Finanzierung der sozial-fachlichen Begleitung und Antragsannahme beim Treff 55, Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers, 2000 €, wie im bereits gestellten Antrag aufgeführt.
• Für die Durchführung gemeinsamer kulturell-künstlerischer Projekte unter der Leitung einer Kunstpädagogin, für 2013 geplant „Ich sehe was, was du nicht siehst“, benötigen wir als anteilige finanzielle Unterstützung 2000 €, für Honorarkosten, reduzierte Fahrtkosten, Eintrittspreise und Materialkosten sowie eine professionelle Dokumentation. Den gleichen Betrag würde KROKO Schulkultur beisteuern, damit den Teilnehmenden ein möglichst günstiges Angebot gemacht werden kann.
• Für anfallende Kosten einer mietfreien Leerstandszwischennutzung für Netzwerktreffen, Beratungsangebote, kreative Angebote und auch als Veranstaltungsraum benötigen wir 1200 € für die Nebenkosten, Heizung, Wasser und Strom.
• Für die Öffentlichkeitsarbeit, Flyer, Plakataktion benötigen wir 500 € unter Einbindung einer ehrenamtlich arbeitenden Werbeagentur im Dorf Neukirchen.
Um das Projekt in seiner geplanten Bandbreite mit professioneller Unterstützung, neben der zahlreichen ehrenamtlichen, langfristig aufzustellen und realisierbar zu gestalten, bedarf es etwa der einzeln aufgeführten Kosten, die sich in ihrer Summe auf etwa 9700 € belaufen.


Wird Ihr Projekt bereits gefördert? Wenn ja, von wem und in welcher Form?

Das Neukirchener Nachbarschaftsnetz wird unterstützt durch vorhandene personelle und sächliche Ressourcen seiner institutionellen Mitglieder: Stadt Neukirchen-Vluyn, Altenhilfeverbund des Neukirchener-Erziehungsvereins, die ev. Kirchengemeinde Neukirchen, das Willy-Könen-Seniorenzentrum der AWO und der Seniorenpark carpe diem.
2012 erhielt das Neukirchener Nachbarschaftsnetz den mit 500 € dotierten Vital Pokal. Die Nachbarschaftsnetzwerkerin wird befristet durch eine örtliche Stiftung finanziert. Sachkosten der KROKO Schulkulltur werden finanziert durch Landesmittel für Kulturschulprojekte, durch örtliche Stiftungen sowie durch die Unterstützung des Fördervereins der Stadtbücherei Neukirchen-Vluyn, Personalkosten durch die Stadt Neukirchen-Vluyn. Der Stadtmarketing-Arbeitskreis erfährt punktuell finanzielle Unterstützung durch den Werbering.
Das Projekt in der beschriebenen Form erfährt keine eigene Förderung.

Was können andere von Ihrem Projekt lernen? Was ist das Nachahmenswerte an Ihrem Projekt?

Das Nachahmenswerte an unserem Projekt ist die Vernetzung unterschiedlichster Partner und beteiligter Menschen, die das gemeinsame Ziel haben, die Lebensqualität für die Bewohner unserer Stadt zu verbessern. Bisher haben die Beteiligten nebeneinander agiert. Durch eine verbindliche Netzwerk- Organisation der bestehenden Initiativen aus den unterschiedlichsten Bereichen (Soziales, Kultur, Wirtschaft) können die unterschiedlichen Ansätze berücksichtigt werden und sich sinnvoll ergänzen. Dadurch können wir ein Gemeinschaftsgefühl entstehen lassen und die Lebensqualität in unserem Dorf entscheidend stärken.

Was müsste bei dem kommenden Anlauf anders sein?

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