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100% Lindweiler

Warum engagieren Sie sich persönlich für das Projekt?

Wer kennt das nicht? Ein Umzug steht an, ein neuer Stadtteil, eine neue Umgebung, eine neue Nachbarschaft… und nicht nur das. Wo ist der nächste Supermarkt? An wen kann ich mich bei Fragen wenden? Wie komme ich zum Bahnhof? Wo können meine Kinder spielen? Wo gibt es welche Schule? Wo ist ein Arzt oder die nächste Apotheke? Fragen über Fragen…und dabei ist ein Umzug an sich schon stressig genug...und nun auch noch nach Lindweiler ziehen? Wo liegt eigentlich Lindweiler, fragen selbst gebürtige Kölnerinnen und Kölner. Der Stadtteil wird in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen oder hat – wie der Stadtbezirk Chorweiler - ein eher schlechtes Image. Dabei benötigt Lindweiler aufgrund seiner vielschichtigen Benachteiligung in den Bereichen Verkehr, Wohnen, Soziales und Wirtschaft die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, um einer weiteren negativen Entwicklung entgegenzuwirken. Aktuell wird für Lindweiler ein integriertes Handlungskonzept entwickelt, um die Bürgerinnen und Bürger in allen Bereichen durch eine Festlegung als „Gebiet der Sozialen Stadt“ nach §171e Abs.3 BauGB ab 2014 zu unterstützen. Lindweiler ist ein sehr kleiner Stadtteil im Kölner Norden. Hier leben zurzeit etwa 3500 Einwohner auf 1,16 Quadratkilometer in einer eher dörflichen Struktur. Der Erholungsflächenanteil ist hoch und beträgt 12,7 Prozent. Bereits auf den ersten Blick erscheint Lindweiler zwar sehr grün, aber isoliert. Lindweiler ist durch eine Insellage gekennzeichnet. Der Stadtteil wird im Osten durch eine Eisenbahnlinie begrenzt. Im Süden verlaufen die A1 und das Autobahnkreuz Köln-Nord. Westlich wird Lindweiler ebenfalls durch einen Autobahn begrenzt und nördlich verläuft ein Autobahnzubringer von Chorweiler zur A57. Die vorhandene, bebaubare Fläche ist belegt und bebauungsfähige Baugrundstücke sind nicht vorhanden. Das Zentrum in Lindweiler ist der Marienberger Hof. Hier befinden sich eine Bäckerei sowie ein Lebensmittelgeschäft, eine Bar, eine Änderungsschneiderei, ein Kiosk, ein Friseur sowie ein Restaurant mit Kegelbahn. Wenige Gewerbebetriebe haben sich am Unnauer Weg und am Pescher Weg angesiedelt. In Lindweiler selbst gibt es einen praktischen Arzt und einen Zahnarzt, jedoch weder eine Bank noch eine Post oder eine Apotheke. Dazu muss man in den nächsten Stadtteil, z. B. nach Pesch oder Chorweiler fahren. Lindweiler ist mit einer Buslinie im 20-30min Takt zu erreichen. Dieser Bus fährt auch die S-Bahn Haltestelle in Longerich an. Erst von hier kann man in die Stadt fahren. Zwei weitere Buslinien fahren am Rand des Stadtteils Richtung Bocklemünd oder Longerich. Aufgrund der vielen Umstiege ist der Weg beispielsweise für Seniorinnen oder Senioren beschwerlich und führt zu hoher Immobilität wie auch verminderter Teilhabe. Umso wichtiger scheint ein funktionierendes soziales und bürgerschaftliches Netz wie auch ein Gemeinwesen, um dem entgegenzuwirken. Mit Blick auf die Haushalts- und Gebäudestruktur fällt auf, dass der Stadtteil Lindweiler zum einen in den Kernbereich, der aus Geschosswohnungsbauten des sozialen Wohnungsbaus besteht, und zum anderen in den Einfamilienhausbereich zerfällt. Der Anteil der öffentlich geförderten Wohnungen (Belegrechts- und Altenwohnungen mit Wohnberechtigungsschein) ist im Vergleich zum städtischen Durchschnitt mehr als sechsfach so hoch. Die Bevölkerung Lindweilers hat in den letzten Jahren kontinuierlich sowohl im Einfamilienhausbereich als auch dem Geschosswohnungsbau abgenommen. Der demographische Wandel führt auch hier zu einer Überalterung - hinzu kommt der Aus- und Wegzug der Kindergeneration. Die Arbeitslosenquote betrug Ende 2011 etwa 14 Prozent und liegt damit über dem Durchschnitt der Stadt Köln (9,7 Prozent). Darüber hinaus lag auch der Anteil der Menschen, die Grundsicherung im Alter erhalten mit 15,6 Prozent deutlich höher als der stadtweite Durchschnitt (10,6 Prozent). Mehr als die Hälfte der Einwohner besitzen einen Migrationshintergrund oder sind ausländische Einwohner. Neben der angespannten Einkommenssituation der Bewohner des Kernbereiches prägen ein schwieriges soziales Klima sowie fehlende Identifikation mit dem Viertel den Stadtteil. Hieraus resultiert Unsicherheit, Skepsis und Angst bei den Bewohnern. Viele der Ratsuchenden im Stadtteil sind immobil und auf Hilfe vor Ort - auch durch eine funktionierende Nachbarschaft angewiesen. Dieses Konglomerat an verschiedenen Herausforderungen verifiziert einerseits die Wichtigkeit der Arbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern im Stadtteil. Andererseits gilt es dem negativen Image Lindweilers entgegenzuwirken, indem sich die hier lebenden Menschen mehr mit ihrem Stadtteil identifizieren und mehr die „schönen Seiten“ – Grünflächen, Engagement, „man kennt sich“ - ausbauen und nach außen tragen. Der Lindweiler Treff - als Begegnungs- und Informationsstätte im Stadtteil - arbeitet gemeinwesenorientiert in den Lebenswelten der Bürgerinnen und Bürger. Dabei übernimmt er koordinierende und vermittelnde Aufgaben, um die Lebenssituation der Bürgerinnen und Bürger zu erfassen und nachhaltig zu verbessern. Durch Beziehungsarbeit und Ressourcenerschließung werden die Menschen in Lindweiler durch die Mitarbeiterinnen ferner unterstützt, Verantwortung für ihren Stadtteil zu übernehmen. Dieses Projekt ergänzt die Angebote des Trägers (siehe auch unten), um vorhandene Ressourcen im Stadtteil zu erfassen, zu nutzen und zusammenzuführen.

Was wird konkret im Projekt gemacht? Welche Ziele verfolgt es? Wer braucht es?

Bei 100% Lindweiler sollen neue Bewohnerinnen und Bewohner durch bereits hier lebende Menschen in Lindweiler und punktuell in angrenzenden Stadtteilen herum geführt werden. Ihnen werden relevante Einrichtungen (Schule, Treffpunkte, Rathaus, Kirche, etc.), Dienstleister und Geschäfte gezeigt sowie die Strukturen und die Geschichte des Stadtteils erörtert. Die Stadtteilführerinnen und –führer werden als Experten ihres Stadtteils gesehen und von Anfang an in das Projekt eingebunden. Sie erarbeiten verschiedene Touren und werden durch Qualifizierungen im sozialkommunikativen und persönlichen Bereich von einer Mitarbeiterin des Lindweiler Treffs praxisnah auf ihre Aufgabe vorbereitet. So ergibt sich weiterhin eine sinnvolle und dauerhafte Beschäftigungsmöglichkeit. Der Lindweiler Treff übernimmt im Projekt, neben der Ressourcenförderung, koordinierende und zusammenführende Aufgaben. Das Projekt soll als Serviceleistung neue Bürgerinnen und Bürger Lindweilers unterstützen, sich schnellstmöglich in ihre neue Wohnumgebung zu integrieren und sie direkt an lokale Dienstleister, die Gemeinde oder soziale Einrichtungen anbinden. Zugezogene Bürgerinnen und Bürger können sich so schneller in ihrer neuen Umgebung orientieren und können erste Kontakte schließen. Außerdem werden die Ressourcen der Stadtteilführerinnen und –führer sichtbar gemacht. Neben dem Nutzen für die Arbeit im Lindweiler Treff erfüllt das Projekt auch gesamtgesellschaftlichen Aufgaben, wie beispielsweise:
- Direkte Wahrnehmung und Aufgreifen von sozialen Problemen bei zuziehenden Bürgerinnen und Bürgern durch den Träger als Vermittler und Handelnder
- Schaffung einer sinnvollen Beschäftigungsmöglichkeit für Stadtteilführerinnen und Stadtteilführern
- Förderung von Sozialkompetenzen bei den Stadtteilführerinnen und Stadtteilführern (Selbständigkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Selbstbewusstsein, Teamfähigkeit …)
- Förderung der kommunikativen Potentiale bei den Stadtteilführerinnen und Stadtteilführern
- Gewinnung für (ehrenamtliches) Engagement im Stadtteil
- Verbesserung des Stadtteilimages durch diesen Service
- Verbesserung der Strukturen im Stadtteil
- Stärkung des Stadtteils durch Sichtbarmachen der Ressourcen
- Prävention und Vermeidung sozialer Ausgrenzung; z.B. durch die Schaffung von Partizipationsmöglichkeiten
- Förderung und Stärkung von Selbsthilfepotenzialen
- Wiederherstellung, Erhalt und Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit

Wer trägt das Projekt?

Der Lindweiler Treff - in Trägerschaft des Diakonischen Werks Köln und Region - als Projektträger, ist ein Stadtteilbüro und Arbeitslosenzentrum sowie eine Infobörse, Dreh- und Angelpunkt mitten in Köln-Lindweiler. Er ist seit über dreißig Jahren in den Strukturen des Stadtteils verankert und arbeitet gemeinwesenorientiert. Im Rahmen des Arbeitslosenzentrums unterstützt er verstärkt Frauen und Männer, die Arbeit suchen, in das Arbeitsleben starten oder in ihren Beruf zurückkehren wollen. Präventive Maßnahmen wie das Einzelcoaching setzen schon bei Kindern und Jugendlichen ab der 3. Klasse an. Familien fahren einmal im Jahr auf eine Freizeit. Ehrenamtliche können sich bei verschiedenen Projekten engagieren, unter anderem im Café Schatztruhe, welches gebrauchte Kleidung und Haushaltswaren anbietet und von 15 Frauen aus dem Stadtteil ehrenamtlich begleitet wird. Aber auch zahlreiche Angebote für Seniorinnen und Senioren, wie ein Spielnachmittag oder das Demenzcafé „Café zur Linde“ haben hier ihren Platz. Das Stadtteilbüro Lindweiler Treff sieht sich als Begegnungsstätte und als Vermittler zwischen Politik, Verwaltung und Bürgern. Wir möchten die Menschen aktivieren, Verantwortung für ihren Stadtteil zu übernehmen, Missstände wahrzunehmen, aufzudecken und entsprechend zu handeln. Gemeinsam mit Bürgern und Institutionen und in Kooperation mit Politik und Verwaltung setzt er vielfältige Projekte um. Außerdem ist es wichtig, Bürgerinnen und Bürger aus angrenzenden Stadtteilen einzubeziehen und den Austausch zu fördern. Im Stadtteil Lindweiler gibt es eine Vielzahl von Institutionen, die der Lindweiler Treff immer wieder, beispielsweise im Rahmen der Stadtteilkonferenz, zusammen bringt.

Wie geht die Nachbarschaft mit Ihrem Projekt um? Welchen Rückhalt bekommen / erwarten Sie?

In erster Linie werden die Bürgerinnen und Bürger aus Lindweiler an diesem Projekt mitarbeiten. Stadtteilführer/-in können alle Interessenten werden. Weiterhin sind wir auf Unterstützung durch alle lokalen Akteure angewiesen, wie z. B.:
- Vermieter und Wohnungsbaugenossenschaften
- Fachstelle für Wohnen der Stadt Köln/Amt für Soziales und Senioren der Stadt Köln
- Lokale Wirtschaft (Restaurants, Dienstleister, …)
- Kirchengemeinden
- Schule und Kindertagesstätten
- Soziale Einrichtungen
- Arzt
- Sportvereine
Die bisherige gute Vernetzungsarbeit und Integration des Trägers im Kölner Norden wird die Mobilisierung und Mitwirkung lokaler Akteure sowie der Bürgerinnen und Bürger begünstigen.

Was sind die nächsten Projektschritte? Welche Pläne haben Sie?

(1) Unterbreitung der Projektidee bei lokalen Akteuren im Stadtteil
(2) Gewinnung von Unterstützern und Mitwirkenden
(3) Gewinnung und Auswahl von potentiellen Stadtteilführerinnen und -führern
(4) Erarbeitung verschiedener Stadtteiltouren und Zusammenstellung von Infomaterial mit potentiellen Stadtteilführerinnen und -führern oder Lindweiler Bürgerinnen und Bürgern
(5) Schulung der Stadtteilführerinnen und -führern und Praxistraining
(6) Öffentlichkeitsarbeit und Bekanntmachung des Projektes
(7) Durchführung
(8) Evaluation und Anpassung
(9) Weiterentwicklung des Projektes.

Zunächst soll Anfang 2013 die Projektidee im örtlichen Arbeitskreis des Stadtteils verbreitet werden, um direkt für Unterstützung durch die lokalen Akteure zu werben. Außerdem können so alle potentiell Mitwirkenden ihre Ideen einbringen und ihre Unterstützungsmöglichkeiten unterbreiten. Die potentiellen Stadtteilführerinnen und Stadtteilführer werden im Anschluss angesprochen und ausgewählt. Insbesondere werden hier Arbeitssuchende oder Menschen mit geringem Einkommen sowie Seniorinnen und Senioren angesprochen, um Ihnen mit dem Projekt eine Beschäftigungs- und Teilhabemöglichkeit zu eröffnen, die ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen fördert. Die gewonnenen Stadtteilführerinnen und Stadtteilführer sollen ein breites Spektrum in Bezug auf Alter und Herkunft abdecken. In einem ersten Treffen (im zweiten Quartal 2013) sollen sie konkret über das Projekt und die einzelnen Schritte informiert werden. Eigene Ideen sollen ebenfalls eingebracht werden können. Im Anschluss sollen die Stadtteilführerinnen und Stadtteilführer verschiedene Touren, z. B. für Familien, Seniorinnen und Senioren oder Singles wie auch für Kinder durch den Stadtteil in Zusammenarbeit mit einer Mitarbeiterin des Lindweiler Treffs erarbeiten. Die Touren werden schriftlich erarbeitet und als Tourenpläne zusammengestellt, um ihnen das notwendige Handwerkszeug für ihre Aufgabe „an die Hand“ zu geben. Weiteres Informationsmaterial, z. B. eine Stadtteilkarte, wird ebenfalls so ausgewählt und zusammengestellt. Bei diesem Vorgehen sollen die Mitwirkenden als „Experten ihres Stadtteils“ betrachtet werden. Der Prozess soll durch eine Mitarbeiterin des Lindweiler Treffs nur strukturiert und moderiert werden. Hier findet so bereits die erste Schulung und Förderung von sozialen und kommunikativen Potentialen der potentiellen Stadtteilführerinnen und -führer statt. Sind die Führungen theoretisch erarbeitet, werden sie praxisnah erprobt. Dabei können sich beispielsweise Tandems bilden, die gegenseitig die verschiedenen Touren gehen und sich beim Lernen unterstützen. Rhetorisch werden die Stadtteilführerinnen und Stadtteilführer je nach Bedarf geschult und in der Praxis angeleitet. So kann das Erlernte in einer zunächst geschützten Umgebung ausprobiert werden. Das Projekt soll möglichst zeitnah (im dritten Quartal 2013) bekannt gemacht werden und beginnen. Neue Lindweiler Bürgerinnen und Bürger sollen durch Information ihrer Vermieter oder Flyer auf diesen Service aufmerksam gemacht werden und sich daraufhin im Lindweiler Treff melden. Von hier aus werden die Stadtteilführerinnen und -führer angesprochen und sollen sich möglichst selbst organisieren, d.h. mit den Zugezogenen einen Termin für die Führung durch Lindweiler vereinbaren. Die Touren werden auch am Lindweiler Treff vorbei gehen, wobei so die Möglichkeit besteht, gleich Kontakt zu einer Mitarbeiterin aufzunehmen. Der Projektverlauf wird regelmäßig in den Stadtteilführer-Teams besprochen und ausgewertet sowie ggf. angepasst. Hier können auch Weiterentwicklungen des Projektes geplant und realisiert werden. Denkbar wären auch Stadtteilführungen für Kinder der neu hinzugezogenen Menschen von Kindern aus dem Stadtteil, die hier schön länger leben. Sie kennen die Spielplätze, Schulen oder Treffs. Die Kinder können so direkt neue Freundschaften schließen und sich gemeinsam kennenlernen.

Welche Ideen haben Sie, damit Ihr Projekt langfristig besteht und wirken kann?

Damit 100% Lindweiler starten kann, müssen alle lokalen Akteure informiert und einbezogen werden. Aus Gründen des Datenschutzes scheint die größte Herausforderung, dass neue Bewohnerinnen und Bewohner identifiziert und gezielt angesprochen werden können. Da die Teilnahme am Projekt auf Freiwilligkeit beruht, muss es zunächst sehr bekannt und öffentlich gemacht werden, so dass die hierher gezogenen Menschen auf uns zukommen und den Service in Anspruch nehmen. Hier wird auf die Unterstützung durch Vermieter und Wohnungsbaugenossenschaften gezählt. Um das Projekt dann optimal starten zu können, wird den Stadtteilführerinnen und Stadtteilführern anfangs eine sehr intensive Unterstützung und Anleitung durch eine hauptamtliche Mitarbeiterin der Lindweiler Treffs gegeben. Im weiteren Verlauf wird der Unterstützungsbedarf abnehmen und Qualifizierungen nur punktuell und bedarfsorientiert erfolgen. Regelmäßige Teamsitzungen der Stadtteilführerinnen und Stadtteilführer sind obligatorisch und dienen der Anpassung und Optimierung. Während der gesamten Projektzeit wird 100% Lindweiler durch die Mitarbeiterinnen des Lindweiler Treffs koordiniert. Sie dienen ferner als Ansprechpartner. Somit werden auch Schwierigkeiten sichtbar und können direkt aufgefangen werden. Das Projekt soll Ende 2013 in den Alltag des Lindweiler Treffs integriert sein. In erster Linie sollen so das Stadtteilimage verbessert und soziale Probleme aufgefangen werden. Der Stadtteil kann so (familien-)freundlicher wahrgenommen werden. Als neuer Bewohner wird man so herzlich empfangen und kann sich schneller in seiner neuen Umgebung orientieren und effektiver notwendige Fahrwege nutzen. Es wird davon ausgegangen, dass durch diesen Service die zukünftigen Bewohnerstrukturen ebenfalls besser beobachtet und hier eher bei Problemen im Zusammenleben interveniert werden kann. Die Arbeit im Stadtteil ist auch auf die Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürgern und zukünftig mehr denn je auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Dies macht es notwendig, die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils zu kennen, um eventuell auf Unterstützung bei verschiedenen anderen Projekten des Gemeinwohls zurückzugreifen, z.B. bei Spendenaufrufen für den Marmeladentag des Lindweiler Treffs oder als Unterstützung bei Festen. Ferner wird die lokale Wirtschaft, z.B. Restaurant oder Bäckerei unterstützt, da neue Bewohner diese Einrichtungen direkt kennenlernen und auch nutzen können. Das Projekt hat nachhaltige positive Wirkungen auf verschiedene Bereiche, z.B. Wohnen, Soziales oder Wirtschaft. Es wird davon ausgegangen, dass sich 100% Lindweiler langfristig etablieren wird.

Was benötigen Sie, um Ihr Projekt voranzubringen? Wie hoch sollte Ihr Preisgeld sein?

Das Projekt wird durch Honorarkräfte oder Ehrenamtliche mit Aufwandsentschädigung des Lindweiler Treffs durchgeführt. Es wird außerdem von einer hauptamtlichen Mitarbeiterin beim Aufbau intensiver und während der Durchführung nur punktuell begleitet. Dafür entstehen Kosten für Honorare sowie Personalkosten. Während der Durchführung der Stadtteilführung fallen aufgrund der örtlichen Gegebenheiten weiterhin Fahrkosten in andere Stadtteile, z.B. zum Bezirksrathaus an. Um das Projekt bekannt zu machen, ist Werbung notwendig. Hierfür wird die Unterstützung von beispielsweise Studenten aus medienaffinen Fachbereichen gesucht, die das Projekt bei der Erstellung der Werbematerialien und Informationsmaterialien etwa als Lernprojekt unterstützen. Weiterhin fallen Sachkosten an, denn die neuen Bewohnerinnen und Bewohnern sollen, z.B. eine Stadtteilkarte oder Infobroschüren zum Stadtteil erhalten. Zur ersten Umsetzung der Projektidee wünschen wir wünschen uns ein Preisgeld zwischen 6.000 und 8.000 Euro.

Wird Ihr Projekt bereits gefördert? Wenn ja, von wem und in welcher Form?

Nein.

Was können andere von Ihrem Projekt lernen? Was ist das Nachahmenswerte an Ihrem Projekt?

Das Projekt soll zur Imageverbesserung beitragen und ist somit auf andere sozial-benachteiligte Gebiete, Stadtteile oder Wohnquartiere übertragbar. Ob neue oder alt-eingesessene Bewohnerinnen oder Bewohner: Die Menschen im Stadtteil werden wahrgenommen. Es ist ebenfalls ein Beispiel dafür, dass jeder Mensch im Stadtteil etwas Gutes und Sinnvolles für die Gemeinschaft tun kann. Dieser Service ermöglicht ein besseres Kennenlernen der Nachbarschaft, woraus sich wiederum Chancen für Alle (Bürger, lokale Akteure, angrenzende Stadtteile, Wirtschaft, etc.) ergeben können. Durch eine Stärkung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens kann jeder von Anderen lernen - ob über Kulturen, Lebensgewohnheiten, Fähigkeiten, Sprachen, etc.

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