« zurück zur Listenansicht

72 Stunden „Uns schickt der Himmel“ Die Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend BDKJ vom 13. – 16. Juni 2013

Warum engagieren Sie sich persönlich für das Projekt?

Finanzielle Kürzungen, Sparmaßnahmen, den Blick nur auf sich und nicht mehr auf die Menschen um einen herum sind heute eine Grunderfahrung von Jugendlichen. Mit der 72-Stunden-Aktion zeigen Kinder und Jugendliche, dass sich auch in Zeiten der allgemeinen Resignation und Individualisierung Gesellschaft gestalten lässt. „In 72 Stunden die Welt ein bisschen besser machen“.

Was wird konkret im Projekt gemacht? Welche Ziele verfolgt es? Wer braucht es?

Bei der 72 Stunden-Aktion realisieren Kinder und Jugendliche innerhalb von 72 Stunden soziale, gemeinnützige, interkulturelle oder ökologische Projekte in ihren Heimatgemeinden und Wohnvierteln. Ihre Aufgabe erhalten sie beim Projektstart, dann heißt es planen, improvisieren und Unterstützung von außen besorgen. Die Aktion wird zum Erfolg, wenn der Einsatz der Jugendlichen auch andere in der Gemeinde aktiviert: Bauunternehmen, die Maschinen zur Verfügung stellen, Baumärkte, die Material spenden und Bäckereien, die für das Frühstück sorgen.
Sie bringen sich damit aktiv in die Gesellschaft ein, gestalten diese mit, setzen sich mit sozialen und politischen Themen auseinander, z.B. der Wohnungslosenhilfe oder dem Altersheim in ihrem Wohnviertel. Durch die Projekte werden auch Schicksale von gesellschaftlich benachteiligten Menschen öffentlich. Die 72-Stunden-Aktion fordert Kinder und Jugendliche heraus, sich mit ihren Talenten einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und im Handeln neue Fähigkeiten zu erwerben. Ziele:
• Den Menschen sinnvolle Projekte in entsprechenden Einrichtungen der Nachbarschaft zugute kommen zu lassen.
• Jugendliche sollen in Teamarbeit der breiten Öffentlichkeit zeigen, welche Fähigkeiten in ihnen stecken und dass ihnen soziales Engagement am Herzen liegt.
• Interesse und Verständnis für andere, gerade auch benachteiligte Menschen wecken, fördern und Hemmschwellen abzubauen.

Wer trägt das Projekt?

Der BDKJ und das Kath. Jugendbüro sind im Dekanat Heidelberg-Weinheim für die Organisation und Durchführung der Aktion verantwortlich.

Wie geht die Nachbarschaft mit Ihrem Projekt um? Welchen Rückhalt bekommen / erwarten Sie?

Die 72-Stunden-Aktion fördert die Kooperation vor Ort. Menschen aus Kommunen, Kirchen, Politik, Vereinen oder Handwerksbetrieben arbeiten mit den Jugendverbänden zusammen an einem gemeinsamen Projekt. Nur gemeinsam wird die Umsetzung gelingen. Durch die positive Resonanz in den Medien und der Aktionsgruppen, die Begeisterung der Helfer der letzten Sozialaktion 2009 haben wir großen Rückhalt und Akzeptanz in den Gemeinden.

Was sind die nächsten Projektschritte? Welche Pläne haben Sie?

Die Vorbereitungen der 72 Stunden-Aktion sind voll im Gange. In 4 Arbeitskreisen – AK Öffentlichkeitsarbeit, AK Projektsuche und Gruppenbetreuung, AK Auftaktveranstaltung, AK Fundraising – koordiniert im Koordinierungskreis-Kreis werden die einzelnen Bereiche durch ca. 20 ehrenamtlich Engagierte erarbeitet. Aktuell sind wir mit der Anfrage nach Unterstützern, Schirmherrschaften und Sponsoren beschäftigt, informieren und suchen bei unseren Partnern, kommunalen, caritativen, kirchlichen Trägern, wie Wohlfahrtsverbände, Jugendagentur, Naturschutzbund u.v.m. nach geeigneten Projekten. Bisher haben sich in unserem Dekanat Heidelberg-Weinheim 15 Jugendgruppen mit ca. 400 Kindern und Jugendlichen fest angemeldet. Als Botschafter der Sozialaktion sind die Oberbürgermeister der Städte Weinheim und Heidelberg und der Landrat angefragt; die Zusage und volle Unterstützung seitens des Dekans der Kath. Kirche Dr. Joachim Dauer haben wir bereits. In Planung ist für diese Sozialaktion die gemeinsame Auftaktveranstaltung, Starterpakete für alle teilnehmende Helfer, ein Aktionsheft und Dokumentation der Aktion, sowie ein mobiles Verpflegungsteam, welches die Gruppen während der Veranstaltung besucht und verköstigt (2009 war dies unser Pizzamobil, mit dem wir die Gruppen essenstechnisch versorgt haben!).

Welche Ideen haben Sie, damit Ihr Projekt langfristig besteht und wirken kann?

Welche Ideen bei dieser 72 Stunden-Aktion in den Projekten zur Umsetzung kommen werden, ist derzeit noch nicht klar! An dieser Stelle ein paar der nachhaltigen noch immer nachwirkenden Projekte, die in der Aktion 2009 umgesetzt wurden:
- Renovierung des Wanderheims in Neckarsteinach durch die Pfadfinder, dieses steht jetzt allen Einwohnern zur Verfügung für Feiern oder Übernachtungen.
- Renovierung des Kindergartens und großes Familienfest durch die ökum. Jugendgruppe HD-Weststadt.
- Wiederherstellung des Mausbachs und Begehbarmachung des anliegenden Wanderwegs war Aufgabe der KSJ, der Kath. Studierenden Jugend.
- Auf- und Ausbau des Geräteschuppens in der Seniorenbegegnungsstätte Wieblingen der DPSG Gruppe Wieblingen.
- 25 Fahrräder für Ragazzeria (SchülerInnenfirma Heidelberger HauptschülerInnen) durch Fahrrad-Reparaturwerkstatt der KHG, Kath. Hochschulgemeinde.
- Erneuerung des Sinnespfades-Fußparcours an Pfaffengrunder Grundschule durch die Ministrantengruppe Pfaffengrund.
- Gestaltung: Trockenmauern und Insektenhotel BUND-Geländes Heddesheim durch die Ministrantengruppe Heddesheim.
Kirchliche Jugendarbeit ist verbindlich. Junge Menschen engagieren sich langfristig in den Jugendverbänden. Ohne dieses dauerhafte Engagement wäre die Vorbereitung und Durchführung der 72-Stunden-Aktion nicht möglich. Auch für die Aktionstage gilt: Soziale Projekte sind nur realisierbar, wenn alle mit anpacken und verlässlich dabei sind.

Was benötigen Sie, um Ihr Projekt voranzubringen? Wie hoch sollte Ihr Preisgeld sein?

10.000,- €

Wird Ihr Projekt bereits gefördert? Wenn ja, von wem und in welcher Form?

Zurzeit nur geringfügig (Zuschuss der Diözese Freiburg von 500,-€). Die Sponsorenanfragen werden wir vor Weihnachten noch verschicken. Wir erwarten Zuschüsse und Zuwendungen von Stiftungen in Höhe von 4000,- €.

Was können andere von Ihrem Projekt lernen? Was ist das Nachahmenswerte an Ihrem Projekt?

Die 72-Stunden-Aktion zeigt einer breiten Öffentlichkeit, dass es Spaß und Freude macht, sich für andere einzusetzen. Die Aktion verbindet Sinnhaftigkeit und Erlebnischarakter. Durch die 72-Stunden-Aktion zeigen wir, was Solidarität und ehrenamtliches Engagement bewirken und wie scheinbar Unmögliches durch Kreativität und Know-how aller Beteiligten dennoch gelingt.

Was müsste bei dem kommenden Anlauf anders sein?

Eigentlich haben wir zurzeit 400 angemeldete „Helfer“, die Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit läuft auf Hochtouren, nun gilt es für die angemeldeten Aktionsgruppen in deren Gemeinde oder Wohnviertel gute Projekte zu organisieren.

« zurück zur Listenansicht