« zurück zur Listenansicht

3 Generationen Gespräche

Warum engagieren Sie sich persönlich für das Projekt?

Ich bin aktiv in der Kommunalpolitik. In dem Ort, in dem ich tätig bin, aber auch ganz persönlich, erlebe ich, dass Gespräche zwischen den Generationen sinnvoll, nützlich und fördernd sind. Dennoch ist unsere Zeit - auch aufgrund der Schnelligkeit der Veränderungen - geprägt von Unverständnis. Perspektivisch glaube ich, dass es dem Gemeinwesen gut tut, wenn wir Strukturen entwickeln, die einen generationenübergreifenden Dialog möglich machen. Hierbei ist es wichtig, dass die Strukturen so angelegt sind, dass übergreifend in den Dialog gekommen werden kann, dass also auch Menschen verschiedener sozialer Schichten, unterschiedlicher Interessen und anders verlaufener Biographien zueinander finden.

Was wird konkret im Projekt gemacht? Welche Ziele verfolgt es? Wer braucht es?

In den 3 Generationen Gesprächen werden zufällig drei Personen aus drei verschiedenen Generationen zusammen geführt. Die Gespräche dienen dazu, innerhalb eines Dorfes oder einer Nachbarschaft ein besseres Verständnis für die Wünsche, Ideen, Hoffnungen, Sorgen und Nöte der anderen Generationen aufbauen zu können. Die Gesellschaft braucht diesen übergreifenden Dialog, damit das Gemeinschaftliche Raum erhält und wachsen kann. Wir sind jetzt schon, und zukünftig möglicherweise noch mehr, auf soziale Kontakte und gegenseitige Unterstützung angewiesen.

Wer trägt das Projekt?

Dieses Projekt könnte auch von einer einzelnen Person oder einem Verein getragen werden. Mir erscheint es jedoch sinnvoll, wenn das Projekt zuerst unter der Regie einer Gemeinde stattfindet. Die Gespräche erneuern den sozialen Kitt, den die Gemeinden benötigen, um stabile Verhältnisse schaffen zu können.

Wie geht die Nachbarschaft mit Ihrem Projekt um? Welchen Rückhalt bekommen / erwarten Sie?

Ich habe mir die 3 Generationen Gespräche vor drei Jahren ausgedacht. Sie sind im Buch "Gemeinsam! - Eine reale Utopie" (www.reale-utopie.de) ausführlich beschrieben und die Wirkung prognostiziert. Mit der aus dem Buch herausgelösten Geschichte habe ich in Kaufungen einen Schreibwettbewerb gewonnen, der sich mit der Kaufunger Zukunft beschäftigte. Von Beginn an habe ich vielen Menschen von der Idee erzählt und die häufigste Reaktion ist die Frage, wo man sich dazu anmelden könnte. Auch ich selbst, der diese Idee nun schon viele Male erzählt und darüber geschrieben hat, habe weiterhin Lust und freue mich daran, dass das irgendwann umgesetzt wird. Auch ich würde mich sofort anmelden.

Was sind die nächsten Projektschritte? Welche Pläne haben Sie?

Wenn ich das Buch irgendwo vorstelle, dann sind die 3 Generationen Gespräche ein wichtiges Thema und ich mache auch immer wieder darauf aufmerksam, dass die Idee noch nicht umgesetzt ist, obgleich die Umsetzung überhaupt nicht so schwer ist.

Welche Ideen haben Sie, damit Ihr Projekt langfristig besteht und wirken kann?

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Idee, wenn sie mal in einer Gemeinde umgesetzt wird, dort aktiv beworben wird, ein Selbstläufer ist. Es werden sich immer Menschen anmelden, die sicherlich unterschiedliche Motiviationen haben. Für manche ältere Menschen mag es die einzige Chance sein, wieder in Kommunikation zu kommen. Manche erhoffen sich Unterstützung und andere sind einfach nur neugierig. In der Zukunftsvision, die im angesprochen Buch dargestellt ist (das Buch spielt in einem Ort im Jahr 2025 und schildert den kulturellen Wandel eines Ortes), sind die Mitarbeiter_innen der Verwaltung ebenfalls regelmäßig dabei und auch die Gemeindevertreter_innen nutzen die Chance.

Was benötigen Sie, um Ihr Projekt voranzubringen? Wie hoch sollte Ihr Preisgeld sein?

Es muss eine Software entwickelt werden, die die Verbindung zwischen den Interessierten herstellt. Die Anbindung an die Gemeindeseite macht es möglich, die Anfragen mit dem Melderegister abzugleichen (über mögliche datenschutzrechtliche Belange kann ich hier nichts schreiben, sicherlich sind hier auch Überlegungen anzustellen). Die Idee ist, dass die Person der mittleren Generation das Gespräch ausrichtet (wer dazu nicht die Möglichkeit hat, kann einen Gemeinderaum dazu verwenden). Wenn sich nun drei Personen angemeldet haben, die aus drei verschiedenen Generationen stammen, dann erhalten diese eine Mail. Von der Person der mittleren Generation wird - wenn sie dazu das Einverständnis gegeben hat, was auch programmiert werden muss - die Adresse weiter gegeben werden. Da die Komunen kaum noch Geld haben, muss dafür so wenig Geld ausgegeben werden, wie möglich. Daher ist eine gute Software nötig, die auch eine Testphase durchlaufen muss und dann wieder überarbeitet werden muss. Eine genaue Schätzung kann ich nicht vornehmen. Das Preisgeld sollte also 1. die Kosten für die Software erfassen. Zweitens wäre es sinnvoll, eine informative Website zu gestalten und per Anzeigen oder Artikel in kommunalpolitischen Veröffentlichungen dafür zu werben. Auch diese Kosten sollten gedeckt sein. Möglicherweise fallen drittens Kosten an, bei der Aufsetzung der Software auf die Software einer Kommune. Insbesondere wenn die Idee des Abgleichs mit dem Melderegister erfolgen soll. Die Programmierung des Moduls kostet ca. 12.000 €, dabei handelt es sich um einen einmaligen Betrag. Bei diesen 12.000 € handelt es sich um einen Schätzwert. Die Implementierung des Moduls bei den ersten Gemeinden, die die 3 Generationen Gespräche einführen, kann noch nicht kalkuliert werden. Wenn es anläuft, dann müssen die Implementierungskosten von den Gemeinden übernommen werden. Für die Erstellung einer Internetseite und Start von einer kleinen Medienkampagne würden 8.000 € benötigt. Das Projekt erzielt keinerlei Gewinne und es entstehen keine Folgekosten.

Wird Ihr Projekt bereits gefördert? Wenn ja, von wem und in welcher Form?

Nein, das Projekt wird noch nicht gefördert.

Was können andere von Ihrem Projekt lernen? Was ist das Nachahmenswerte an Ihrem Projekt?

Die Idee, Strukturen zu schaffen, die den Dialog ermöglichen, wo zuvor kein Diaolog war, sollte Inhalt und Substanz von kommunalpolitischem Arbeiten sein. Nur miteinander, nicht gegeneinander werden wir den kommenden Herausforderungen begegnen können. Wenn alleine die Idee, dass wir generationenübergreifend reden müssen, irgendwo Niederschlag findet, bin ich schon froh.

Was müsste bei dem kommenden Anlauf anders sein?

Ganz verstehe ich die Frage nicht. Die Frage bezieht sich vielleicht nur auf die Fälle, die schon mal versucht waren. Ich bin mir sicher: Das wird funktionieren.

« zurück zur Listenansicht